Adolf Hitler eine Karriere

 

Filmanalyse

VON

SASCHA PANKRATZ

„HITLER- EINE KARRIERE“

Nach einem Film von Joachim C. Fest


I. Einleitung


II. Hitler eine Karriere


III. Fazit und Wertung

 


I. Einleitung

 

Adolf Hitler,
„Von Millionen verehrt und bewundert, von Millionen verhasst und verachtet führte er sein drittes Reich von Triumph zu Triumph zur bedingungslosen Kapitulation“

Das Volk der Dichter und Denker!
Ein Volk der Mörder und Verbrecher! ?
Doch wie war das möglich???

Warum gelang es einem unbekannten Gefreiten des ersten Weltkrieges, zum übermächtigen Diktator und Führer Deutschlands aufzusteigen?
Warum wurde Hitler so mächtig, das nur die beispiellose Kraftanstrengung des zweiten Weltkrieges ihn zu stürzen vermochte?

20 Kabinette und 12 Reichskanzler hatte die Weimarer Republik verschlissen. Viele Politiker und Demokraten hatten ihr Glück probiert in der glücklosen Republik. Aber alle diese Politiker hatten das Deutsche Volk falsch eingeschätzt. Es war weder an einer perfekten Verfassung noch an Wahlen oder gar an politischen Debatten Interessiert. Viele Deutschen träumten von der Einheit des Reiches, einem neuen Selbstwertgefühl und hofften auf einen starken Mann. Autorität Hoffnung und Ziele, Adolf Hitler war dieser Mann der all das für Millionen Deutsche zu verkörpern schien.
Er beflügelte die Phantasie vieler, stärker, als jeder andere Politiker seiner Zeit.

In dem Film „Hitler – eine Karriere“ versucht Joachim C. Fest zu erklären, wie diese „Karriere“ überhaupt erst zustande kommen konnte.
Der NS-Staat wird hochstilisiert zum Kunstwerk, der Führer zum Künstlergenie und Hitler wird zum unumstrittenen Messias an der Spitze der Bewegung. Fests Film veranschaulicht dem Zuschauer anhand der Ausschnitte historischer Reichtagsaufmärsche der Nazis, die inszenierte Geometrie und Symmetrie, die Ganzheitlichkeit, dieGeschlossenheit, und die stimmungsmäßige Totalität des Regimes. Menschenblöcke, Fahnenbanner so weit die Augen reichen, Lichtdome und Monumentalarchitektur lassen das totalitäre Regime als unbezwingbar erscheinen.

 

II. Hitler eine Karriere

 


1. Die Wiener Jahre

Für Hitlers wahnwitzigen Jugendtraum, „die bedrohte Welt zu retten“, war das Wien der
Jahrhundertwende die Kulisse.

Anmerkung:
Das jähe Scheitern Hitlers hochfliegenden Künstlerträumen in den Wiener Jugendjahren steigerte seine innere Zerrissenheit, seinen Selbsthass und Frust. Anschließend durchlebte Hitler den Alptraum jedes Kleinbürgers jener Zeit: Armut und Obdachlosigkeit.

Fasziniert von Theater, Oper, Kunst und Architektur kam der junge Hitler mit 18 Jahren in die Metropole Wien. Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, da er von der Kunstakademie zweimal zurückgewiesen wurde und von geregelter Arbeit nichts wissen wollte. Hart zu arbeiten hatte Hitler nicht gelernt, obwohl er später in „Mein Kampf“ die sogenannte Bauarbeiterlegende spann.

Zitat :“Ich bin durch meinen eigenartigen Lebensgang vielleicht mehr als alle anderen befähigt, alle Schichten des Volkes zu verstehen, weil ich mitten in diesem Leben stand, weil mich das Schicksal in seiner Laune oder vielleicht auch in seiner Vorsehung einfach in diese breite Masse Volk und Menschen hineingeworfen hat, weil ich selber Jahrelang am Bau schuf und mein Brot verdienen musste.“

In Wahrheit ging es ihm, der nie einen Beruf gelernt hatte, im Herbst 1909 so schlecht, das er im Obdachlosenasyl in Meidling Unterschlupf suchte.
Der Absturz ins Proletariat, den der kleinbürgerliche Hitler so fürchtete, war vollzogen.
Im Vielvölkergemisch der K und K Monarchie formierten sich die ersten Ängste Hitlers.
Er sah überall Feinde. Von den Arbeiterumzügen, die rotgeflaggt durch die Strassen zogen, einem menschlichem Drachenwurm ähnlich, gleich den Juden, die die Strassen bevölkerten und in der öffentlichen Phantasie blutschänderische Schreckbilder hervorriefen. Rassische Ängste wurden zur Ideologie.

Wie fast alle aus seiner Umgebung gerät er fast unumgänglich in das in Wien nach der Jahrhundertwende immer stärker dominierende deutsch-völkische Milieu, ohne eigentlich politisch engagiert zu sein. „Alldeutsch“ und „antisemitisch“ zu sein, ist hier nichts besonderes, ist eher eine Haltung als eine politische Meinung.


2. Der erste Weltkrieg

Hitler diente im 1. Weltkrieg als Melder in einem bayerischem Regiment, nachdem er Fahnenflucht in der Österreich-Ungarischen Monarchie begangen hatte.
Obwohl er mit dem eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, wurde er jedoch während des ganzen Krieges nicht befördert, da er laut den Vorgesetzten keine Führungsqualitäten habe. Auch bei seinen Kameraden galt Hitler als Außenseiter und Sonderling. Er wurde eher gehänselt als bewundert. Die plötzliche Kapitulation traf den nach einem Gasangriff im Lazarett befindlichen Hitler bis ins Mark. Bis zuletzt hatte Hitler den Siegesmeldungen der Obersten Heeresleitung geglaubt und sah sich nun um die Früchte eines vierjährigen Kampfes betrogen. Seine bereits in Wien entstandene Ablehnung von Marxismus und Arbeiterbewegung erreichte durch den vermeintlichen Verrat krankhafte Ausmaße. Zitat :"In diesen Nächten wuchs mir der Hass, der Hass gegen die Urheber dieser Tat."


Anmerkung:
Hitler wird zu einem der eifrigsten Verfechter der Dolchstosslegende
Er schwor bittere Rache.


Doch zunächst war die Revolution am Zuge, für Hitler die entsetzlichste Gewissheit seines Lebens
Ohnmächtig musste Hitler die Wochen der Arbeiterherrschaft im roten Räte-München erleben. Den Einmarsch der Freicorps und das anschließende Blutbad unter den revolutionären Arbeitern empfand Hitler als Erlösung. Der Krieg hatte eine ganze Generation geprägt. Blindes Gehorsam, Unterwürfigkeit und eine straffe Führung verblieb in den Köpfen vieler deutscher Soldaten, die nur schwer in das zivile Leben zurückfanden. Über das Ende des Krieges hinaus blieb auch Hitler Soldat.


3. Zerbrecher des Marxismus und der Trommler der Partei

Die Konterrevolution von 1919 bereitete ihm den Boden. Hitlers anschließender, rasanter Aufstieg in München aber war dem Interesse der Herrschenden geschuldet, sich schleunigst ein wirkungsvolles Gegengewicht zur schnell anwachsenden revolutionären Linken zu schaffen. Dafür wurde Bayern zur rechten Ordnungszelle im Reich ausgebaut und gleichzeitig das Wachstum einer völkischen Bewegung von oben gefördert.
Der Weg Hitlers war von den Umständen, von Opportunismus, Glücksfällen und nicht zuletzt vom Rückhalt der Armee gekennzeichnet.

Anmerkung:
Die Reichswehr beschäftigte Hitler zunächst als Spitzel, bildete ihn dann in einer längeren Schulungsreihe ideologisch aus, ernannte ihn nach einer rednerisch beeindruckenden Hasstirade gegen Juden zum Bildungsoffizier, schickte ihn als Aufbauunterstützung in die NSDAP-Vorläuferpartei DAP und half schließlich beim Kauf des „Völkischen Beobachters“ einer Zeitschrift mit 60.000 Reichsmark aus!

Hitler selbst verstand sich als Trommler der nationalistischen Bünde und der Partei.
Der immer bekannter werdende Hitler unternahm 1923 unter der Parole „Alles oder Nichts“ den Hitler – Ludendorf Putsch. Der Putschversuch endete im Kugelhagel der Polizei beim Marsch auf die Feldherrenhalle in München. Er flüchtete, wurde gefasst und zu fünf Jahren Festungshaft wegen Hochverrats in Landsberg verurteilt. Jedoch verstand Hitler es durch geschicktes taktieren, während des Prozesses, die schmachvolle Niederlage als einen Sieg erscheinen zu lassen. Sein Plan war es vor Gericht die Rolle des Angeklagten mit der, des Anklägers zu vertauschen. Er kehrte die Wirklichkeit einfach um und die Verurteilten wurden von den Zuschauern sogar gefeiert.
Hitler nahm alle Schuld auf sich und stellte sich als „Retter des deutschen Volkes“ dar. Mit diesem Schachzug schob er sich gleichzeitig in den Vordergrund, ließ Ludendorf als Führer vergessen. Nun erschien er als Hauptinitiator und wurde so zur wichtigsten Schlüsselfigur der Bewegung. Jahre später sollte er in pompös inszenierten Gedenkfeiern an den Tag des Putsches und an die 16 zu Tode gekommenen SA Männer erinnern.

Von den fünf Jahren musste Hitler aber nur ein Jahr in der Festung Landsberg absitzen, wo er Zeit und Muße fand sein politisches Manifest mit dem Titel „Mein Kampf“ abzufassen.
In „Mein Kampf“ stellt Hitler die Grundzüge seiner zukünftigen Politik dar, durchzuführen nach der Machtübernahme. Er lässt keinen Zweifel daran, dass die in Deutschland noch sehr junge Demokratie (die Weimarer Republik) bei ihm keine Chance haben würde und spricht offen von Diktatur, Krieg und Vernichtung "minderwertigen Lebens". Letzteres bezieht sich vor allem auf die Juden, die Hitler seit dem Ende des Weltkrieges mit einer unvergleichlichen Inbrunst hasst, die weit über alles hinausgeht, was zuvor an Antisemitismus gang und gäbe war.
Hitler bekam nun immer mehr Selbstvertrauen und begann ausserdem in Landsberg seine Taktik neu zu überdenken.

Doch noch war Hitlers Zeit nicht gekommen. Die sogenannten „Goldenen Zwanziger“ ließen ihn und seine Politik fast in Vergessenheit geraten. Die von ihm so gehasste Weimarer Republik schien sich zu stabilisieren und zu festigen. Seine Ansprachen blieben außer in einem kleinen Kreis ungehört.

Wirkte sein Auftreten vorher oftmals unkontrolliert, so lernte er jetzt mehr und mehr sich bürgerlich zu geben. Seine neue Taktik, Zitat: „ wenn wir unsere Gegner nicht erschießen können, dann müssen wir sie überstimmen“. Auch versuchte er nun staatsmännischer aufzutreten. Zumindest optisch tauschte er seine braunen Hemden gegen schwarze Anzüge.
Er umgab sich mit Kindern in weißen Kleidern. Er suchte noch immer seinen neuen Stil. Noch war er nicht „der unumstrittene Führer“.
Erst einmal war es jedoch nötig sich um die Partei zu kümmern. Sie musste neu strukturiert und ausgebaut werden.
Er bemühte sich besonders um die Jugend. Er gab ihnen in organisierten Zeltlagern, wonach sie verlangten, Disziplin, Abenteuer und Freiheit, im Tausch gegen die bürgerliche Welt der Väter.
Selbst in der SA, dem militärischen Arm der Partei, waren die meisten Mitglieder unter 30 Jahre alt.
Jedes Jahr auf den Parteitagen in Nürnberg ließ er seine SA Scharen aus dem ganzen Land, vor einer auf Hitler neugierig gewordenen Menge, aufmarschieren.

Die Leute fingen an sich zu fragen...
Wer war dieser Mann der solche Menschenmengen in volkfestähnlichen Veranstaltungen mit sich riss? So etwas hatte es seit der Kaiserzeit nicht mehr gegeben!
.
Aber Deutschland ließ ihn warten.....


4. Weltwirtschaftskrise – die Chance zur Machtergreifung

Mit dem Tod G. Stresemanns und dem Anfang der Weltwirtschaftskrise waren die stabileren Jahre der Weimarer Republik endgültig vorüber.
Bürgerkriegsähnliche Zustände beherrschten das Strassenbild.
Bereits 1926 hatte Hitler J.Goebbels als Gauleiter nach Berlin geschickt. Goebbels organisierte den dortigen bewaffneten Kampf, Provokationsmärsche und Propaganda gegen die kommunistische Partei.
Hitler hatte ein grosses Netz über Deutschland gespannt und fühlte sich nun stark genug für seinen Plan, die wankende Weimarer Republik zu zerschlagen.
Die Not unter der Bevölkerung trieb ihm immer neue Anhänger in die Arme. Die NSDAP hatte auch keine Antworten
Sie bot keine Theorien, dafür gab es Eintopf und gute Laune.

„ Wem die Not das letzte Hemd nimmt, der kann man immer noch das Braune überziehen.“

Auch hörte man hier nichts von Ausbeutung und Klassenkampf. Dafür gab es Gemeinschaft.
Hitler organisierte Eintopfsonntage für alle. Das machte die Nationalsozialisten populär.
Durch Selbsthilfe und Arbeitseinsätze wuchs Hitlers Popularität beim Volk unaufhaltsam.
Hitler fühlte sich immer mehr als Retter in der Krise, schien seine ersehnte Rolle gefunden zu haben und das Bürgertum hoffte auf seine Energie.

Anmerkend sollte erwähnt werden, das Hitler eben diese Krise förderte, wo er nur konnte. Die „Bürgerkriegsähnlichen Zustände“ zwischen KPD Anhängern und SA Horden verschärfte die Situation. Schließlich lag in der Krise seine große Chance.

Der konservativen Rechten war sein Erfolg nicht entgangen und sie versuchten ihn für sich zu gewinnen. Er sollte ihnen die Massen zutreiben.
Die Harzburger Front sollte der Startschuss der Rechten gegen die Republik werden. Die Nationalsozialisten ließen sich jedoch nicht mehr einspannen und das geplante Bündnis scheiterte an Hitler - dessen Selbstvertrauen mittlerweile zu groß geworden war.
Er wollte die Macht jetzt für sich alleine. Geld nahm er nur ohne Gegenleistung und Verpflichtung.

Anmerkung:
In J.C. Fests Dokumentation über Hitler wird erwähnt, er sei nicht käuflich und habe keinerlei Verbindung zum Großkapital. Diese Behauptung ist schlicht und einfach falsch und trägt zum Führermythos bei!!! Zwar mag es einem damaligen Betrachter so vorgekommen sein, aber bei expliziten und kritischeren Überlegungen muss man sich zwangsläufig die Frage stellen, wie Hitler die riesigen Veranstaltungen und Aufmärsche der SA finanzierte. Abgesehen von einigen privaten Gönnern, z.B. gutbetuchten, einflussreichen Frauen die Hitler überhaupt erst in die bürgerliche Gesellschaft hineinbrachten, ihn gar erst salonfähig machten, gab es auch Industrielle wie Thyssen die Hitlers Bewegung auch finanziell tatkräftig unterstützten.

Spruch alter Nazis:
Wir eilten gern in die Partei
und waren überall dabei.
Wir waren eifrige Profitler
Und schrien laut und oft "Heil Hitler!".
Wir sah'n in ihm ein höheres Wesen.
Doch Nazis sind wir nie gewesen!


5. Hitler der Redner

1932 war das Jahr der Wahlen, genau 5 an der Zahl. Hitler versuchte die Demokratie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.
Im Frühjahr ´32 startet er den ersten Propagandaflug – 20 Städte in 7 Tagen - unter der Parole:

„ Hitler über Deutschland“

Es war auch das Jahr seiner größten rethorischen Erfolge.
Ein Teil des „Führermythos“, die Allgegenwart, entstand alleine dadurch, das er schneller und moderner war als alle andere Politiker. Dies war schon fast unheimlich und ließ ihn für viele als Heilsbringer erscheinen. In Wirklichkeit war alles Generalstabsmäßig durchgeplant.
Überall verbreitete er das Gefühl, das niemand ihm gewachsen sei.
Hitler teilte bei seinen Ansprachen die Not seiner Zuhörer. Immer wieder beteuerte er die Ängste der Deutschen zu kennen und das er ein Mann des Volkes sei. Er versprach Freiheit, Gleichheit und Gemeinschaft ohne Klassenkampf. Wie Sie, sei auch er erst durch die Not zur Politik gekommen.

Anmerkung:
Hier ist eindeutig zu erkennen, das Hitler seine eigenen durchlebten Ängste aus den Wiener Jahren auf das Volk projiziert und schon vorhandene Ängste der Bevölkerung schürte.
Er war der rechte Mann Ängste zu mobilisieren, weil er sie selbst von zu Hause aus mitbrachte.
Die Angst des österreichischen Alldeutschen vor Überfremdung, die Angst des kleinbürgerlichen Absteigers vor der modernen Technik, die Angst des Provinzlers vor der Großstadtzivilisation – alles zusammengefasst in der Angstvision vom blutschänderischem, Weltjudentum

Die Erfolge machten die NSDAP zur stärksten Partei.
Hitler ließ seine Zuhörer über seine erklärten Ziele keineswegs im unklaren!
Zitat : „ Ja, wir sind intolerant! Ich habe mir ein Ziel gesteckt, nämlich die 30 Parteien aus Deutschland hinaus zu fegen!


6. Machtergreifung und erste politische Schritte

Hitler war nun fast an seinem am Ziel, seine Partei erlitt erstmals Rückschläge und war auch finanziell am Ende. Das forderte ihn noch stärker heraus gegen die W.R.vorzugehen.
Doch letztendlich auch Müdigkeit, Uneinigkeit und die Kapitulation seiner politischen Gegner brachten ihm den Sieg.
1933 erklärt Hindenburg Hitler zum Reichskanzler!
Die neue Regierung setzte sich zusammen aus 3 Nationalsozialisten und 8 Konservativen.
Erklärtes Ziel der Konservativen war es, Hitler einzurahmen, was bekanntlich nicht funktionierte.
(Und nachträglich, als wohl einer der schlimmsten Fehler der Weimarer Konservativen Politiker angesehen werden kann.)
Den 4 Wochen späteren Reichtagsbrand wusste Hitler geschickt für sich zu nutzen, in dem er die Kommunisten dafür zur Verantwortung zog. Eine Welle von Verhaftungen begann.
Trotz massiver Einschüchterungspolitik durch SA und Rundfunkpropaganda, gelang es ihm bei den Neuwahlen am 5.3.1933 nur 43,9 % der Stimmen zu erreichen, jedoch reichte es zusammen mit den Konservativen für eine knappe Mehrheit.
Der alte Hindenburg wurde zu seiner Galleonsfigur.


7. Ausschaltung der Gegengewalten und Gleichschaltung der Organisationen

Hitler lässt sich pompös feiern, nachdem er den 1.Mai als Tag der Arbeit zum Feiertag erklärte.
Auch die Gewerkschaften, die schon seit Jahren für die Erhebung zum Feiertag eintraten, waren zufrieden. Doch schon Tags drauf sollte es keine Gewerkschaften mehr geben. Hitlers SA Leute besetzten die Gewerkschaftshäuser. Unter dem Druck der Strasse wurden auch die Parteien aufgelöst. Volksgemeinschaft und Gleichschaltung waren nun die neue politische Kultur in Deutschland. Der Stahlhelm wurde verboten und die Bauernverbände aufgelöst. Jugendorganisationen wurden in die Hitlerjugend aufgesogen oder schlicht und einfach verboten.
Ausserdem terrorisierten Hitler und seine Schergen Intellektuelle und Künstler die nicht in das nationalsozialistische Weltbild vom arischen Menschen hinein passten.
Erste Aktionen gegen Juden. Bücherverbrennung und die Errichtung der ersten Konzentrationslager folgten. Überdeckt werden sollten diese Aktionen von der heilen Welt des Nationalsozialismus mit Volksbelustigungen, Massenschunkeln Sport und Kultur.
Viele Intellektuelle und Gelehrte verließen fluchtartig das Land und überließen Nazi Deutschland der Volksgemeinschaft.
Ein riesiges Problem für Hitler stellten immer noch die 5 Millionen Arbeitslosen dar.
Er inszinierte grosse Arbeiterschlachten und lies die Autobahnen bauen. Diese waren übrigens schon in der Weimarer Republik geplant. Die Leute hatten das Gefühl das es wieder aufwärts ging. Ordnung und Arbeit, das war es, was er versprochen hatte. Ein neues Selbstbewusstsein entstand. Man war wieder wer.
Zu einem Unsicherheitsfaktor in Hitlers Plan wurde seine eigene SA.
Die letzte Hürde zur unumschränkten Alleinherrschaft war der Konflikt zwischen Reichswehr und SA. Dieses Problem wurde durch die Ermordung im Juni 1934 des SA Führers Röhm und der fast gesamten Führungsriege „gelöst“. Der Nachfolger stand mit dem SS Führer H. Himmler bereits vorher schon fest. Einen Monat später starb der alte Hindenburg.
Nun stand Hitler nichts mehr im Wege. Er war nun Kanzler, Präsident und Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Die Vereidigung der Wehrmacht auf den Führer mündet in einer Großparade auf dem Reichsparteitag.
Ein weiteres mal gab er den Massen den Rausch der Geometrie.


8. Auf dem Weg in den Krieg

1936 wurde das Saarland wieder eingegliedert und das entmilitarisierte Rheinland besetzt. Laut Hitler „die wagemutigste und schwerste Aufgabe und Arbeit seines Lebens“.
Bisher hatte er es nur mit inneren, nachgiebigen Gegnern zu tun. Dieser Schritt war nun die erste Herausforderung an das Ausland.
Gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrages, führte Hitler die allgemeine Wehrpflicht ein und begann mit einer enormen Aufrüstung der Wehrmacht.
In nur 3 Jahren sollte sie zur größten und modernste Streitmacht in Europa anwachsen.
Die Deutschen waren im ganzen nicht unglücklich, schienen die Unruhen der Republik, Arbeitslosigkeit und die außenpolitischen Demütigungen doch nun der Vergangenheit anzugehören.

Das Volk wurde „ausgerichtet“ und vom Regime selbst wurde auch die Freizeit organisiert. Mit Institutionen wie KDF (Kraft durch Freude) steigerten die Nationalsozialisten ihre Popularität enorm. Es wurde ein soziales Pflichtjahr für Mädchen eingeführt und Kinderreichtum gefördert. Durch Sport und Disziplin sollte Hitlers Vorstellung des „neuen Menschen“ Gestalt annehmen. Die Hitlerjugend wurden durch militärische Spiele in Zeltlagern auf ihre spätere Rolle im NS – Staat vorbereitet. "Die Zukunft Deutschlands ist das organisierte Feldlager", sagte Hitler einmal.
"Meine Jugend soll schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl!"
Diese Jugend war es, die für neuen Raum kämpfen sollte! Parolen, wie Zitat: „Bin ich erst gross und nicht mehr klein,
werd ich Soldat des Führers sein.“
gehörten zum Alltag dieser Generation.
Dem Bild des hektisch aufrüstenden Terrorstaates, setzte er volksgemeinschaftliche Idylle entgegen.
Und immer wieder heile Welt durch „Zuckerbrot und Peitsche“ – Massenschunkeln und gute Laune wechselten sich ab mit Einschüchterungen durch SA und SS.


9. Die Expansion

März 1938, Hakenkreuze regneten auf Österreich nieder. Dies war nur möglich durch ein Bündnis mit dem faschistischen Italien. Ein halbes Jahr nach dem Anschluss Österreichs marschierte die Wehrmacht im Sudetenland ein. Er ließ sich Feiern als Vollender der deutschen Geschichte. Lange Zeit verstand es der Politiker Hitler seine Neigung zur Selbstüberschätzung in Schach zu halten, jetzt begann er dem eigens um seine Person entfachten Mythos zu verfallen. Mit dem Einmarsch in Prag, den sogenannten Blumenkriegen, erledigte er die Resttschechei.
England reagiert nun zum ersten mal und droht: Nun muss Hitler Blut vergießen.
Hitler feierte seinen 50. Geburtstag mit einer riesigen Militärparade, zu der er wie er sagte: „möglichst viele feigen Demokraten eingeladen wurden.“
Er demonstrierte hier eindrucksvoll seine militärische Macht. Gleichzeitig sollte mit gestellten, privaten Bildern von Hitler die Welt getäuscht werden.


10. Ausbruch des 2. Weltkrieges

Mit dem Überfall auf Polen 1939 begann der 2. Weltkrieg. Polen hatte nicht den Hauch einer Chance angesichts Hitlers modernen und schlagkräftigen Wehrmacht. Bereits nach 2Wochen war Polen besiegt. Mit dem Hitler-Stalin Pakt wurde Polen untereinander aufgeteilt und die Sieger ließen sich gemeinsam feiern. In einem Handstreich nahm die Wehrmacht Dänemark und Norwegen. Jetzt übernahm Hitler die operative Führung der Armee und fällt mit einem waghalsigen Unternehmen, trotz abraten seiner Generäle, in Belgien, Holland und Frankreich ein. Der Erfolg des Unternehmens gab ihm neues Selbstbewusstsein und ein Gefühl von Unbesiegbarkeit. Der Sieg über den Erbfeind Frankreich sollte die Schmach von Versailles tilgen. Um Frankreich zu demütigen ließ sich Hitler die Kapitulation in einem Eisenbahnwagon unterschreiben. Es war der selbe Wagon in dem die Deutschen ihre Niederlage im 1. Weltkrieg unterzeichneten. Dieser wurde sogar extra aus einem französischen Museum herangeschafft. Nun wollte Hitler England durch Bombardements zurück an den Verhandlungstisch zwingen. Doch die Luftangriffe auf die Insel verstärkten nur den Hass und den Widerstandswillen der Bevölkerung gegen Deutschland. Das nicht weiterkommen machte Hitler unruhig, und so entschloss er sich nun, zu seinem Kreuzzug gegen den Bolschewismus und überfiehl die Sowjetunion.

Anmerkung: (im Film kaum erwähnt)
Judenausrottung und Erschiessungen hinter der Ostfront übernahmen die gnadenlosen SS Totenkopfdivisionen und auch die Wehrmacht war nicht gerade zimperlich mit den s.g. Untermenschen.

11. Wende und Weg in die Niederlage

In Nordafrika musste sich Rommel zurückziehen und der U-Boot Krieg ging verloren.
Nach anfänglichen Erfolgen in Russland blieben die Truppen im Kaukasus stecken und auch die 6. Armee in Richtung Stalingrad kam nur sehr schleppend voran. Der Herbst und der Winter liessen die Offensiven im Matsch stecken bleiben und die 6. Armee unter General Paulus kapitulierte eingekesselt in Stalingrad. Hitler ist empört den sein Befehl bis zur letzten Patrone zu kämpfen blieb letztlich ungehört. 91.000 Soldaten begeben sich zerlumpt und geschlagen in Gefangenschaft. In der Heimat verbreitete Hitler die Legende das die gesamte 6. Armee heroisch im Kampf gegen den Bolschewismus gefallen sei. Hitler zog sich immer mehr zurück und entflieht in die Einsamkeit des Führerhauptquartiers. Die Zeit der extatischen Reden und Paraden war nun vorüber. Nach Stalingrad hielt er nur noch drei grosse Reden.


12. Der Zusammenbruch

1943 Feindliche Luftflotten über Deutschland. Die Alliierten flogen verstärkt Bomberangriffe und legten Deutschland in Schutt und Asche. Der totale Krieg kam nun zurück. Schutzlose Menschen in einer Trümmerwuste. Die Evakuierung der Städte setzte ein und Hitler, fern ab jeder Zerstörung feierte seinen Führergeburtstag im kleinen Kreiss 1943 an einem fertiggestellten Autobahnabschnitt.
Keine Inszenierungen, keine Paraden, keine Vergötterungen, wie noch die Jahre zuvor. Es wurde still um den Führer. Immer mehr bewegte er sich nur noch in Scheinwelten, fern ab jeder Realität. Zerrüttet von Drogen schien sein Wahrnehmungsvermögen immer mehr eingeschränkt.

Der 6.6.44 ging in die Geschichte als D-Day ein. Selbst auf dem Rückzug vor den Alliierten zerstörte die Wehrmacht das Land, nichts sollte dem Feind überlassen werden. Mit Wochenschauberichten und Wunderwaffenpropaganda versuchten die Nationalsozialisten noch einmal alle Reserven zu mobilisieren. Selbst Frauen und Kinder wurden jetzt an der Panzerfaust ausgebildet, um den vorrückenden Feind an der Ostfront aufzuhalten. Goebbels Widerstandspropaganda lief noch einmal zur Höchstform auf. Der Kampf als Gottesdienst – so schien es. Doch all das half nichts mehr. Der Zusammenbruch stand kurz bevor. Der Attentatsversuch von Graf Stauffenberg auf Hitler schlug fehl. Die Beteiligten wurden sofort verhaftet und hingerichtet. Hitler, der den Anschlag wie ein Wunder überlebte, sah dies als Vorbestimmung den Endsieg doch noch zu erringen.

Im April 1945 liefen die Angriffe auf Berlin.
Der Film zeigt noch ein letztes Mal den Führer, der in Trümmern einer Schar Hitlerjungen die Schulter klopft. Hitler hatte nun nichts mehr zu verlieren, aber ein grosser Untergang konnte ihn noch zum Mythos machen. Am 29.4.45 drangen die sowjetischen Truppen in das Berliner Regierungsviertel ein. Diese fanden im Führerbunker jedoch nur noch die verbrannten Überreste von Adolf Hitler, der sich selbst gerichtet hatte.

Die Wochenschau verkündete, das der Führer im Kampfe gegen den Bolschewismus für Deutschland gefallen sei. Am Ende zeigt der Film jubelnde Sieger und arme schmutzige Deutsche, die mit Krankheiten in Verbindung gebracht wurden. Nun folgt die Demontage der Symbole und die kühne Behauptung, das nichts blieb.

 


III. Fazit

 


Der Spielfilm "Hitler, eine Karriere" von Joachim Fest und Christian Herrendoerfer spaltet die Zuschauer. Der Anspruch, Hitler unvoreingenommen und sachlich zu zeigen, wurde angesichts der propagandistischen Kameraeinstellungen scharf kritisiert.

Hitler wird im verzweifelten Ringen um das Wohl des Reiches gezeigt, die verbrecherische Vergangenheit Deutschlands erscheint in einem milderen Licht.
Darüber hinaus zerlegt J.C. Fest den Führermythos nicht, sondern er verstärkt ihn. Er lässt den Führer als eine Art Magier erscheinen, der sich allen Widrigkeiten zum Trotz durch die alleinige Kraft seines eisernen Willens und die beharrliche Verfolgung seiner weltanschaulichen Ziele durchsetzte.

Der Film schwelgt in Propagandaszenen, bestätigt die Hierarchie zwischen Führer und Volk in der Schuss-Gegenschuss-Montage und verstärkt optische Effekte durch akustische Nachsynchronisation. Dadurch wird der theatralische Effekt grösser als ihn jede Fiktion erreichen könnte. Psychologisch soll Hitler dem Zuschauer nähergebracht werden. Die Musik, die den Film durchgängig begleitet, wirkt bedrohlich, wenn orthodoxe Juden in Wien gezeigt werden und der Kommentator wertend von "Schauern blutschänderischer Schreckensbilder" erzählt. Des weiteren wird Hitlers Aufstieg majestätisch und als etwas wahrhaftig Grosses dargestellt. Im Gegensatz dazu wirkt der Film mitfühlend mit dem "zerrütteten Mann" als es mit ihm bergab ging. Die Kriegswende wird dramaturgisch so zugespitzt, dass man die Niederlage der deutschen Armee unwillkürlich bedauert und die Opfer des ganzen Irrsinns werden in nicht einmal zwei Minuten (bei einer Filmlänge von 150 Minuten) mit einigen Schockphotos abgehandelt. Diese sind so geschickt vor die Grössenphantasien der Nationalsozialisten und die Landung der Alliierten mit letztendlicher Kriegsniederlage geschnitten, dass als "eigentliche" Opfer nur noch die Deutschen übrigblieben, während die Sieger feierten.

Besonders wichtig erscheint es daher, den Vorspann und die Erklärung von Fest genau zur Kenntnis zu nehmen, um den Film eben nicht als propagandistisch oder sogar verherrlichend aufzufassen.
Absichtlich wird nur beiläufig über die Greultaten des Regimes berichtet und es werden anscheinend nur die positiven Dinge hervorgehoben. Dieser Effekt scheint notwendig, um das blinde Gehorsam und die „Verherrlichung des Führers“ nachvollziehen zu können. Man muss sich aber die Frage stellen, was in diesem Film denn überhaupt dokumentiert werden soll. Hitler und sein Aufstieg als Person oder Hitler die Mythosfigur? Jeder, der die negativen Informationen vermisst, sollte sich an den Titel und den Zweck des Filmes erinnern. Wie soll man dem Publikum die Erklärung liefern, warum so viele Menschen Hitler blind folgten. Man kann es wohl nur dann nachvollziehen, wenn Hitler und das NS-Regime nicht dargestellt wird wie es war, sondern wenn man es so sieht, wie es dem Volk „verkauft“ wurde. Der saubere Deutsche – der schmierige Jude, der gute Nationalsozialist – der böse Bolschewik, der Herrenmensch – der Untermensch.
Dieses Schwarz-Weiß Denken war es, welches die Propaganda des Dritten Reiches pausenlos jedem Deutschen einhämmerte. Alles was man in den Zeitungen lesen, im Radio hören, auf Bildern sehen konnte – all das war bereits gefiltert, sortiert und verbogen von nationalsozialistischer Ideologie. Nur wenige hatten die Möglichkeit sich Nachrichten von neutraler Seite, z.B. aus dem Ausland zu beschaffen. Eine kleine Minderheit, die es konnte, hatte lange schon keine Stimme mehr, oder ist zum Schweigen gebracht worden.

 


cover
VHS
BUCH

 

 


 

 

 

WEBCounter by GOWEB

 

Die im Rahmen dieser Internet-Dokumentation gezeigten Kennzeichen oder Propagandamittel verfassungswidriger Organisationen dienen der staatsbürgerlichen Aufklärung gemäß der §§ 86 Absatz 3 und 86 a Absatz 3 StGB und stellen somit kein strafbares Verbreiten oder Verwenden dar.

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 Haftung für Links hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Der Anbieter distanziert sich ausdrücklich von allen Inhalten bei denen der Anbieter auf fremden Inhalt linkt.