16.01.2003

Filmanalyse

VON

SASCHA PANKRATZ

"DER EWIGE JUDE"


I. Vorwort

II. Wirkungsweise und Methodik

III. Aufbau und Szenen des Films

IV. Fazit

V. Handzettel


 

I. Vorwort


"Der ewige Jude" ist nur ein Beispiel aus einer Reihe propagandistischer NS Filme und war als dokumentarische Ergänzung zu dem Spielfilm Jud Süß gedacht. Der so genannte Dokumentarfilm wurde vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels konzipiert und auch produziert. Regisseur des Films war Fritz Hippler , der die Filmabteilung im Propagandaministerium leitete. Die Produktion dauerte über ein Jahr und wurde während dieser Zeit meist auf direkte Anweisungen von Hitler oder Goebbels persönlich umgeschnitten, geändert und in verschiedene Fassungen gebracht. Der Film wurde von Version zu Version immer aggressiver , menschenverachtender und blutrünstiger.
Hippler beizeichnete den Film bei seiner Uraufführung am 28.11.1940 als eine -Symphonie des Ekels und des Grauens-. Später nach dem Krieg bezeichnete er ihn als eine -Negation alles Humanen-, und eine Verleugnung alles Menschlichen. Inhaltlich ist der Film ein Paradebeispiel für audiovisuelle Manipulation. Goebbels selbst sah ihn als sein propagandistisches Meisterstück an.

Das eigentliche deutsche Kinopublikum, für dass der Film ja als Lehrstück (aber auch als nachträgliche Legitimation der Pogrome und Verfolgungen) konzipiert wurde, und dass die Kinos "stürmen" sollte, blieb allerdings - auch laut Geheimdienstberichten aus. Wahrscheinlich war er dem "Durchschnittsbürger" zu offensichtlich propagandistisch.
Außerdem wussten wohl auch viele Deutsche, dass die jüdische Art zu leben , wie im Film angeführt, aus der NS Judenpolitik heraus resultierte, so dass ihn sich zum grossen Teil ohnehin schon überzeugte Nazis anschauten.
Anders als bei Jud Süß konnte das Publikum dem Film nicht viel Unterhaltungswert beimessen. Allerdings wurde der Film ins Pflichtprogramm der Hitlerjugend aufgenommen und als Schulungsfilm für SS, Einsatztruppen und Polizei verwendet.

Später soll der Film gezielt dort gezeigt worden sein, wo Deportationen bevorstanden; ganze Dörfer sollen den Film "zwangsangeschaut" haben.
Des weiteren produzierte man Sonderfassungen für europäische Verbündete ( z.b für die Volksfrond Nederlands und die Vichy Regierung).
Auch entwickelte man eine Version für Frauen und Kinder in denen vor allem die Schächtungen herausgeschnitten wurden. Insgesamt wurde der Film bis zu seiner endgültigen Fertigstellung wohl an die Dutzend mal umgearbeitet.
Ist der Film einerseits mit plumpen Instrumentarien erstellt, hinterlässt er doch seine Wirkung beim Betrachter, bringt er doch seine gewollte, vernichtende Wirkung "rüber".

Man sollte auch immer bedenken, dass in der damals gleichgeschalteten
Medienlandschaft kein Platz für kritische Äußerungen war. Deutschen Zuschauern dürfte es gerade zu dieser Zeit nicht möglich gewesen sein, sich ohne Schwierigkeiten ein eigenes Bild zu machen und dieses auch zu vertreten, da differenzierte Stellungnahmen zu diesem Film gar nicht erst gedruckt werden durften.

 

II. Wirkungsweise und Methodik

 

Weil die Macher von Propagandafilmen immer mit einer kritischen Haltung des Zuschauers rechnen müssen, geht Hippler den Zuschauer mit diesem Film bewusst an, führt wenige mögliche Gegenargumente offen an, um sie ein wenig später ebenso scheinbar wirkungsvoll zu entkräften. Die Vorgehensweise im Film ist subtil und einfach. Wer käme schon auf die Idee, gefälschte Zeitungsschlagzeilen und manipulierte Rundfunksendungen, die im Nachhinein als Beweis angerührt werden, für falsch zu halten oder an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. Goebbels war von der Schlichtheit der Denkweise der meisten Menschen überzeugt. Hitler und Goebbels gebrauchten häufig Euphemismen um ihre eigentliche Botschaft zu kaschieren.
In dem Film werden alte, vom heutigen Standpunkt aus "klassische", Vorurteile gebraucht, wie z.B. die Darstellung der Juden als Krankheitsbringer.
So wird z.B. der religiöse Hintergrund ihrer Handlungen ( angeführt werden Zinswucher, Schacherei, Anbetung von "Mammon", Ungehorsam gegenüber dem jeweiligen Landesherren wie zum Beispiel die Steuerhinterziehung.
Des Weiteren kann man in dem Film unzählige Wiederholungen feststellen.
Einfachheit und ständige Wiederholungen waren für Goebbels der Schlüssel zum Erfolg. Ein Eintrag aus seinem Tagebuch belegt seine Vorstellung von Propaganda.
"Das Wesen der Propaganda ist deswegen unentwegt die Einfachheit und die Wiederholung. Nur der, der die Probleme auf die kleinste Formel bringen kann, und den Mut hat sie auch gegen die Einsprüche der intellektuellen ewig in dieser einfachen Form zu wiederholen, der wird auf die Dauer zu grundlegenden Erfolgen in der Beeinflussung der öffentlichen Meinung kommen. Der Film arbeitet die ganze Zeit hindurch mit einem digitalen Werteschema ( 0 = Jude = böse ; 1 = Arier = gut).

Als ein propagandistisches Meisterwerk wird der Film vor allem wegen der gezielt an den richtigen Stellen eingesetzten, mehr oder weniger starken Beleuchtung, gekoppelt mit dramatischer Tontechnik angesehen. So werden jüdische Marktszenen mit verzerrten, maurischen Klängen unterlegt, arische Arbeiter jedoch von positiven, tragenden an Wagner´s Walkürenritt erinnernde Musik begleitet.

Der Film lässt, auf gut deutsch gesagt, kein gutes Haar an den Juden. Alles, ob Lebensart, soziales Verhalten (gegenüber Menschen und Tieren) und auch die Religion wird behandelt. Mit dem Ziel den Jude sozusagen als "Parasit im Fleische des gesunden Volksempfindens" darzustellen.

Außerdem arbeitet der Film gezielt mit Halbwahrheiten um den Zuschauer von der angeblichen jüdischen Weltverschwörung zu überzeugen.

Ähnlich, wie "die Protokolle der Weisen von Zion", eine antisemitische Propagandaschrift, die einen angeblichen Plan zur Errichtung der jüdischen Weltherrschaft aufdecken sollte, versucht auch der Film die Angst vor einer jüdischen Weltherrschaft zu schüren.

(Die Protokolle der Weisen von Zion) 1903 zum ersten Mal in Russland aufgetaucht, übersetzt und massenhaft vervielfältigt. Sie wurden seit 1919 in allen "fortgeschrittenen" Ländern und Sprachen publiziert. Obwohl schon 1921 nachgewiesen wurde, dass es sich um eine Fälschung handelt, hatte die Schrift großen Einfluss auf die antisemitische Bewegung.
Auch noch in jüngster Zeit finden diese alten, diskriminierenden, zur Volksverhetzung anstiftenden Schriften Verwendung in (fragwürdigen) Büchern, die sich mit Verschwörungstheorien befassen.


In dem Referatteil,
III. Aufbau und Szenen des Films möchte ich auf die Propaganda und Machart der einzelnen Szenen zusätzlich noch einmal genauer eingehen.

 


III. Aufbau und Szenen des Films

 


Der Film ist eine Kombination von verschiedenem Filmmaterial. Unter anderen werden z. B. auch Szenen aus den polnischen Ghettos , Auszüge aus dem Rothschildfilm und einem NS - Dokomentationsfilm über Ungeziefer und Ratten verwendet. Und viele weitere...

1.Ghetto

Der ewige Jude beginnt mit nationalsozialistischem Filmmaterial aus den polnischen Ghettos, das nach dem Deutschen Überfall 1939 im Oktober des gleichen Jahres extra für den "ewigen Juden" gedreht wurde.

Begleitet werden die Elendsbilder von Kommentaren des Wochenschausprechers Harry Giese, dessen "allwissende" Stimme dem Film mehr Glaubwürdigkeit geben soll, und den Zuschauer so zusätzlich manipulieren soll.

Eingangs wird darüber informiert, dass die polnischen Juden nach
dem Überfall 1939 nicht so zu leiden hatten, wie die übrige Zivilbevölkerung.
Selbstverständlich nur, da die Juden aufgrund ihrer Wucherei Profit am Elend machten und nur unter ihresgleichen zusammenhielten. (Im Film wird natürlich nicht von einem Krieg gegen Polen gesprochen, sondern von "Feldzug und Befreiung vom Judentum")
Danach bekommt der Zuschauer das häusliche Leben der Juden präsentiert,
hier soll er sich ekeln beim Anblick von Dreck und Ungeziefer. Durch gängige NS-Propaganda ist dies dem Betrachter schon ein Begriff.
In den darauf folgenden Bildern werden sogenannte jüdische (arbeitsfaule) Männer gezeigt, die endlich einmal arbeiten mussten, weil sie dafür vom deutschen Militär "eingestellt" wurden.

2. Handel und Marktszenen

Über die Lieblingsbeschäftigung der Juden, das Schachern, wurde der Zuschauer ja eingangs schon informiert, doch jetzt wird dies als "natürliche Veranlagung der jüdischen Rasse" bezeichnet.
Auf den gezeigten Marktaufnahmen ( wahrscheinlich Aufnahmen aus einem Ghetto!) soll sich der Zuschauer wieder einmal davon überzeugen, dass es nur hässliche Juden gibt - man sieht Leute mit gierigem Blick nach Ware und Geld schnappen, keifende jüdische Weiber, die mit diebischem, feindseligem Blick um die Waren streiten...
Nun kommt der Film auf den, den Juden vorgeblich eigenen persönlichen Egoismus zu sprechen, der, da er keinem sozialen, werteschaffenden Handeln für die Volksgemeinschaft zugrunde liege, eine der schlimmsten Eigenschaften der Juden sei. Der Jude wird als Parasit bezeichnet der seinen Wirtskörper benutzt und aussaugt.
Untermauert werden sollen diese Vorurteile noch mit Bibelzitaten, die dieses Verhalten als " schon religiös vorgeschrieben" erklärt. Als Gegenbeispiel werden an dieser Stelle die deutschen (arischen) Arbeiter gezeigt, die mit ihrem Schaffen dem Volkskörper dienstlich sind. Auffallend ist hierbei, das mit dem Szenenwechsel vom Juden zum Arier auch die Hintergrundmusik positiver gestaltet ist. Außerdem wird das Bild erheblich heller wenn die athletischen deutschen Arbeiter tugendhaft ihr Tagewerk vollbringen.


3. Rassenlehre und Statistiken

Mit für die damalige Zeit höchst fortschrittlichen Trickfilmaufnahmen, wird die "jüdische Völkerwanderung" veranschaulicht.
Es wird von einer Überschwemmung der jüdischen Rasse über Europa gesprochen, anschließend werden aus einem NS Dokumentationsfilm (Kampf den Ratten) Szenen über die Ausbreitung der Ratte eingeblendet. Natürlich verbindet der Zuschauer diese beiden Filme und analogisiert dabei das Schädlingselement.
Auch werden Ratten gezeigt die in Scharen aus Kornsäcken herausquellen. Während diesen Bilder gezeigt werden, die beim Zuschauer das Gefühl des Ekels auflösen sollen, wird bedrohlich von Krankheiten und Geschwüren gesprochen, mit dem Ziel den Ekel noch zu verstärken. Danach ein schlagartiger Szenenwechsel wieder zurück zum Juden. Die Szene endet und gipfelt in der Aussage des Kommentators: "Die Ratten stellen unter den Tieren das Element der heimtückischen unterirdischen Zerstörung dar, nicht anders als die Juden unter den Menschen". An dieser Stelle des Films wird indirekt zum Völkermord an den Juden aufgerufen. Es wird also Judenverfolgung mit Schädlingsbekämpfung verglichen, dies soll den Zuschauer auf Hitlers Endlösung der Judenfrage vorbereiten und fordert sogar auf, dabei unterstützend mitzuhelfen.

Ebenso wie die Ratten als Krankheitsbringer angesehen werden, wurden auch im Mittelalter während der Pestjahre die Juden beschuldigt, die Brunnen vergiftet zu haben.

In der nächsten Filmsequenz werden Prozentzahlen über jüdische Beteiligung ( die laut dieser Statistik nur 1% der Weltbevölkerung ausmachen), am internationalen Weltverbrechen von 1932 vorgelesen:


· Rauschgifthandel 34%

· Kassendiebstähle 47%

· Falschspiel und Betrug 47%

· Internationale Verbrecherbanden 82%

· Mädchenhandel 92%

Darauf folgend werden zur Illustration noch unfundierte Statistiken eingeblendet, die einen überproportionalen Anteil von Juden in bestimmten Funktionen oder Berufsgruppen belegen soll.
Abgesehen davon, dass all diese Statistiken maßlos übertrieben erscheinen, sollte sich der Zuschauer eigentlich fragen woher diese Daten genommen wurden, da von internationalen Statistiken gesprochen wird, es aber fraglich ist, ob überhaupt in allen Ländern über jüdische Verbrechensbeteiligung recherchiert wurde.

4.Die Rothschild-Familie


Passend zu den Hetzgeschichten über das jüdische internationale Finanzmonopol, wird ein amerikanischer (angeblich für Juden produzierter) Filmausschnitt eingeblendet, der das Leben der Familie Rothschild beleuchtet.
Interessant vor allem, weil die Familie Rothschild schon immer für Verschwörungstheorien herhalten musste. Auch in unserer modernen Zeit sind vor allem in den letzten Jahren Bücher über, zum Teil abstruse Verschwörungstheorien, veröffentlicht worden, in denen die Familie Rothschild meist ein "aktiver" Bestandteil ist.
Der Zusammenhalt der Familie Rothschild wird, entgegen der Urfassung des Films, als Verschwörung gewertet. (diffuse Quellenanlage/propangadistisch aufbereitet)
Nun veranschaulichen Trickfilmaufnahmen die Ausdehnung des s.g. "Finanzjudentums", und stellen dieses als Krebsgeschwür dar. (An anderer Stelle im Film wird gesagt, dass die These vom Berufsverbot für die Juden schon immer eine Erfindung gewesen sei, denn Juden hätten niemals arbeiten wollen.)

Es werden noch viele andere jüdische (oder vielleicht besser: angeblich jüdische) "Finanzkönige" aufgezählt:
Warburg, Guggenheim, Shift...usw.
Auch werden immer wieder den ganzen Film hindurch Porträs von Personen aus dem öffentlichen Leben gezeigt die angeblich Juden seien und Deutschland betrogen hätten .

Sätze wie, Zitat: "Der Relativitätsjude Einstein versteckt seinen Deutschenhass hinter einer obskuren Pseudowissenschaft" wirken auf den heutigen Betrachter lächerlich.


5.Die Kunst

Ausgehend von der Schilderung der Macht des Judentums über den ganzen Erdball, wird nun noch von der jüdischen Macht über das Kulturleben, z.B Musik, Kunst, Theater berichtet.
Nun werden wertende Wortschöpfungen wie "Bühnendiktator" gebraucht.

"Der Jude interessiert sich nur für alles Kranke"...

Dem ästhetischen Ideal der Nationalsozialisten fern stehende Kunstwerke , depressive Kunst (z.B Expressionismus oder dadaistische Werke) werden als entartet bezeichnet.
Es wurden besonders wirre, düstere abstrakte moderne Kunstwerke für den Film ausgesucht, die in rascher Reihenfolge auf den Zuschauer Niederprasseln sollen. Hinterfragende Kunst, vielmehr Kunst die zum Denken anregte, war nicht im Sinne der Nazis, da sie nur Kunst als schön erachteten, die zum bloßen anschauen gedacht war z.B. ( Landschaftsbilder), oder ihrer Vorstellung vom arischen Schönheitsideal entsprach. Die Szenen mit jüdischen Schauspielern sind unscharf und werden von dämonischer skurriler Musik untermalt. Es werden krasse Wortschöpfungen wie (z. B "Verniggerung)" gebraucht.
Charlie Chaplin wird als "Rattenfänger von Hameln" für das deutsche Volk hingestellt.


6. Religion

Alle geschilderten, "schlechten" Wesensarten der Juden werden auch stets mit ihrer Religion erklärt (dies geschieht eigentlich den ganzen Film hindurch), diesem Thema ist dennoch ein großer Abschnitt "gewidmet", der sich mit der Religion der Juden auseinandersetzt.
Stellen aus der Thora werden vorgelesen (unterlegt von schauriger, verzerrter "orientalischer" Musik- wie oft im Film), an denen Dinge geschrieben stehen sollen wie: du sollst wuchern, keine Steuern zahlen...usw. (®protokolle der weisen von zion).Sogar der Ungehorsam gegenüber dem jeweiligen Landesherren, der den Juden den ganzen Film hindurch zur Last gelegt wird, sei mit der Thora begründet. Auch soll das Schachern beim Gottesdienst seine negative Wirkung beim Zuschauer hinterlassen. Wenn man sich allerdings diese Szenen ein wenig genauer anschaut, kann man einmal mehr feststellen das "der ewige Jude" aus verschiedenem Filmmaterial zusammengebaut ist.(Die Szene beim Schachern im Gottesdienst wurde zusammengeschnitten)

7. Die Schächtzsenen


Spätestens beim Anblick der Schächtungen soll der Zuschauer davon überzeugt werden wie grausam und gemein der Jude ist . Das Schächten, das auch von anderen mosaischen Religionen rituell praktiziert wird, ist eine von Tierschützern abgelehnte Art der Schlachtung, da das Tier angeblich nicht schmerzfrei stirbt. (die Bewegungen , die das Tier im Film noch lange nach dem Schnitt macht, sind allerdings nur noch Muskelreflexe). Diese Bilder, verstärkt durch grinsende jüdische Schlächter lassen den Tod für den Betrachter als sehr grausam erscheinen. Der Umstand, dass das Tier schon 1 -2 Sekunden nach dem Schnitt das Bewusstsein verliert, wird vom Zuschauer nicht wahrgenommen und auch mit keinem Wort erwähnt.
Die Wirkung dieser Bilder auf den politisch neutralen, nicht antisemitischen Zuschauer haben die nationalsozialistischen Macher bestimmt bedacht, denn solche Szenen graben sich bei fast allen Zuschauern tief ins Gedächtnis. ( Wie zum Beispiel einer Gruppe von Testpersonen an einer Münchener Uni, die anstatt über die Propaganda des Films, über die Grausamkeit des Schächtens diskutierten )
Sensibilisiert wird der Zuschauer noch durch die Bilder von "niedlichen kleinen Schäfchen auf einer grünen Weide", die der Zuschauer eingangs sieht.
Das Volk der Juden soll als ein blutrünstiges Volk von Tierquälern entlarvt werden. Um den dokumentarischen Charakter des Films noch zu untermauern, werden raffiniert Zeitungsartikel der andersmeinigen "jüdischen" Presse eingeblendet. Danach werden die "tierliebenden" Nationalsozialisten erwähnt, die per Gesetzentwurf eine Betäubung der zu schächtenden Tiere fordern.
Angesichts der Verfolgung von Menschen jüdischer Abstammung und deren langsamer und qualvoller Hinrichtung (in eigens dafür angelegten Lagern), erscheint gerade die Verwendung dieses Materials wie Hohn und zeigt deutlich, wie perfide die Nationalsozialisten in ihrer Propaganda waren.


8. Schlussszenen


Am Ende des Films wird Adolf Hitler als Messias hingestellt, der mit seiner Reichstagsrede am 30. Januar 1939 dem deutschen Volk die Augen öffnete. Dann werden blonde, athletische, dem arischen Schönheitsideal voll entsprechende Deutsche gezeigt die stolz und zielstrebig der Bedrohung entgegenblicken. Der Film wird heller und von pompöser Musik begleitet.


IV .Fazit

 


Der ewige Jude ist wohl einer der menschenverachtendsten Filme die überhaupt jemals gedreht worden sind. Selbst bis heute gilt er in seiner propagandistischen Aufdringlichkeit als unereicht. Und wenn es auch nur die Schächtszenen sind, die bei dem moderneren politisch aufgeklärteren Zuschauer selbst heute noch ihre ursprünglich geplante Wirkung entfalten. Auch muss man sich an dieser Stelle bewusst werden, dass der größte Teil der Bevölkerung nicht in der Lage war, sich eine objektive Meinung zu bilden, angesichts der Gleichschaltung und der Zensur von Kultur und Medien durch die Nationalsozialisten.
Auch heute kann man den Einfluss der Medien auf das Verhalten und die Meinungsbildung der Menschen in Krisenzeiten - wie jüngst nach dem 11.09.2001, beobachten.
Auch wenn es heute in unserer Zeit ,in unserem Land, möglich ist, sich frei zu informieren, sollte jeder dafür eintreten, genau diese freie Meinungs- und Medienvielfalt, angesichts drohender Monopolisierungen, gerade diese freie Medienlandschaft zu erhalten.

Quellen:
Ein Volk ein reich ein Führer; Das dritte Reich im Unterricht Hirschgraben Verlag;
http://www.holocaust-history.org/der-ewige-jude/stills.shtml;
http://www.propagandafilme.de/antisemitische_propagandafilme.html
http.//www.shoa.de
http://holocaust-info.dk/shm/eckdaten.htm

 


V. Handzettel

 



- Der Film wurde 1939 vom Führer in Auftrag gegeben, von Hippler unter Aufsicht von Goebbels entworfen und dann solange umgeändert, bis er des Führer Vorstellung entsprach. Dieser Film ist ein besonders gutes Beispiel für die menschenverachtende Propaganda und Politik der Nationalsozialsten.


- Im November 1973 wurde in München eine Ausstellung mit dem Namen "Der ewige Jude" eröffnet, deren Name für den Film Pate stand.


- Der ewige Jude wurde am 28.11.1940 uraufgeführt.


- der Film ist verboten!
Die Vorführung im Unterricht und die Verleihung über die Bundesfilmstellen darf nur mit Genehmigung und einem ausdrücklichen Komentar zur politischen Bildung erfolgen.


- Im Film werden alte und neue Vorurteile über Juden mit ( in dieser Verbindung fragwürdmige) Ausschnitten aus Tierdokumentarfilmen gemischt.


- Viele der genannten jüdischen "Bösewichter" sind reine Erfindungen


- Zitat Richard Wagner: Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalls der Menschheit


- Adolf Hitler Reischtagsrede:"wenn es dem internationalen Finanzjudentum innerhalb & außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa."

V. Handzettel

- Jud Süss

Harlans Machwerk heizt Judenhass an

Originaltitel: JUD SÜSS
Erschienen: Deutsches Reich, 1940

Regie: Veit Harlan, Buch: Veit Harlan, Eberhard Wolfgang Möller, Ludwig Metzger, nach einer Novelle von Wilhelm Hauff, Kamera: Bruno Mondi, Darsteller: Ferdinand Marian, Heinrich George, Kristina Söderbaum, Werner Krauss, Eugen Klöpfer

In 66 Berliner Kinos läuft mit "Jud Süß" von Veit Harlan der bekannteste antisemitische NS-Propagandaspielfilm an. Die Handlung orientiert sich an einem Roman von Lion Feuchtwanger, dessen Aussage jedoch ins Gegenteil verkehrt ist.
Stuttgart im 18. Jahrhundert:

Der Herzog von Württemberg (Heinrich George) ernennt den Frankfurter Juden Isaac Süß-Oppenheimer (Ferdinand Marian) zum Finanzminister. Süß erhöht die Abgaben und öffnet das Land für andere Juden, die sich rücksichtslos bereichern.
Harlans filmische Umsetzung des NS-Rassenwahns gilt als eines der abschreckendsten Beispiele für die psychologische Macht der Leinwand. Ab 1945 ist die Aufführung von "Jud Süß" verboten. Harlan wird wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gestellt, aber freigesprochen


- Die Rothschilds

Meyer Amschel, Bankier, * 23. 2. 1743 Frankfurt am Main, † 19. 9. 1812 Frankfurt am Main; Gründer des Bankhauses Rothschild in Frankfurt. Durch die unter selbständiger Leitung seiner Söhne Amschel (* 1773, † 1835; übernahm das Stammhaus), Nathan (* 1777, † 1836; London), James (* 1792, † 1868; Paris), Salomon (* 1774, † 1855; Wien) und Karl (* 1788, † 1855; Neapel) stehenden Niederlassungen gewann das Haus Rothschild in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, besonders durch die Finanzierung von großen Staatsanleihen, großen politischen Einfluss in Europa; es besteht heute noch in Paris und London.

- Das Schächten,

ist eine rituelle Schlachtung nach jüdischen Speisevorschriften; Durchtrennen der Halsschlagader und Luftröhre in einem Schnitt mit dem geprüften Schächtmesser. Effekt: sofortige Bewusstlosigkeit und völliges Ausbluten (wegen Blutgenussverbots)


Aus dem Lexikon:
Schächten - Was ist das eigentlich?


Der Begriff des Schächtens kommt aus dem Hebräischen (shahat) und bedeutet "schlachten". Diese Methode ist Brauchtum im jüdischen Glauben, um das Fleisch "koscher" (blutfrei) zu genießen.
Strenges Ritual lässt das Tier nicht leiden
Durch einen professionell ausgebildeten Schächter ("Schochet") wird mit einem vorschriftsmäßigem Schlachtmesser ("Challaf") mit nur einem einzigen Halsschnitt die Schlagader, Luft-und Speiseröhre des Tieres durchtrennt. Dadurch wird das Tier schnell bewusstlos und blutet völlig aus. Streng gläubigen Juden ist der Genuss von blutigem Fleisch untersagt.

Bedingungen, die erfüllt sein müssen
Bis Fleisch ''koscher'', also für den jüdischen Verzehr geeignet ist, müssen eine Vielzahl Bedingungen erfüllt werden. Wie im Islam müssen Rind, Schaf oder Lamm gesund sein und ohne körperlichen Schäden oder Verletzungen sein. Der Verzehr von Schweinen ist Juden wie auch Moslems verboten.
Tier wird "bewusst" getötet
In diesen Boxen werden die Tiere stehend oder umgekippt geschächtet. Gemäß jüdischer Weltanschauung geschieht das ''Nehmen von Leben'' bewusst. Aus diesem Grund spricht man bei jedem Vorgang der im Zusammenhang mit dem Schächten steht, einen Segensspruch.

Spezielle Schächterausbildung ist Voraussetzung
Da der Schnitt nur mit Menschenhand durchgeführt werden darf, kommt eine Automation nicht in Frage. Jede kleinste Pause bei der Führung des Schnittes, das Hineindrücken oder Stechen des aufgelegten Messers in den Hals ist verboten. Weil Juden der Genuss von Blut streng verboten ist, muss es bis auf den letzten Tropfen herauslaufen. Anschliessend wird das Fleisch in Salz eingelegt, damit es kleine verbliebene Reste des Blutes aufsaugt. Erst wenn der Schaechter, er muss Jude sein, das entsprechende Diplom nach einer mehrjährigen Ausbildung erworben hat, darf er unter Aufsicht eines Rabbiners schächten.

Recherchiert: Brauchtum im Islam
Schächten in Richtung Mekka


Auch im Islam gilt der Verzehr des Blutes als unrein. Damit es vollständig aus dem Körper fließen kann, schneidet der islamische Schlachter ebenfalls die Halsschlagadern des lebenden Tieres durch. Vorher dreht es das Tier in Richtung Mekka und ruft: ''Im Namen Allahs''.
Auch andere Schlachtwerkzeuge erlaubt
Dann setzte er das Messer an. Um das Leiden des Tieres zu verkürzen, sollte er ein scharfes Messer verwenden, er muss es aber nicht. Und genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Denn auch alle anderen Instrumente sind erlaubt, die ein Auslaufen des Blutes ermöglichen. So stirbt das Tier oft qualvoll, weil die Schlachtwerkzeuge stumpf, schartig oder rostig sind. Ein Grund, der den Feldzug der Tierschützer gegen das Schächten erklärt.
Das geopferte Tier wird nicht unbedingt gegessen
Während bei den Juden das geschächtete Fleisch nur als Nahrung dient, werden im Islam Tiere auch geopfert. Anlässe dafür sind die Erfüllung eines Gelübtes, die Geburt eines Kindes oder die Wallfahrt nach Mekka. So schlachten moslemische Familienväter die Tiere oft selbst anstatt diese Arbeit einem Profi zu überlassen. Ein weiterer Grund, warum Tierschützer dagegen protestieren.
Klage wurde stattgegeben
Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss beachtet werden, dass bestimmten Religionsgemeinschaften innerhalb des Islams nur das Verzehren von geschächtetem Fleisch gestattet ist. Mit der am Dienstag verkündeten Entscheidung hatte die Verfassungsbeschwerde eines muslimischen Metzgers aus dem Raum Gießen Erfolg, dem die Ausnahmegenehmigung für das Schächten nach Jahren wieder entzogen worden war. Das Bundesverfassungsgericht stellte fest, dass die Gerichte die Ausnahmegenehmigung nach dem Tierschutzgesetz zu eng ausgelegt und damit die Grundrechte des deutsch-türkischen Metzgers unverhältnismäßig eingeschränkt hätten.
Tierquälerei oder nicht ?
Tier leide angeblich keine Schmerzen
Selbst mit einem EKG (elektroencephalographische Registrierung) ließen sich keine Schmerzen nachweisen. Die sofort nach dem Schnitt einsetzende Blutleere im Gehirn mache das Tier unempfindlich für alle Empfindungen. Nach etwa drei Sekunden zeigt die Gehirnregistrierung, dass das Tier bewusstlos ist. Die Krämpfe der Muskeln kommen erst später und sind, so Levinger, sicher nur das Resultat von Sauerstoffmangel und nicht der Schmerzen.
Politik befasst sich mit dem Thema seit den 30er Jahren
Schon am 18. Februar 1930 beschäftigte sich der Reichstag in Berlin mit diesem Thema. Nach einem wissenschaftlichen Gutachten des Reichsgesundheitsamtes fassten die Politiker damals den Beschluss, nachdem jüdisches Schächten nicht als Tierqälerei zu betrachten sei. Zahlreiche Wissenschaftler haben damals wie heute die Vorwürfe zurückgewiesen, wonach Tiere durch das Schächten gequält würden. Als nach dem Krieg die moslemische Bevölkerung in Deutschland durch Gastarbeiter und deren Nachkommen auf über zwei Millionen anstieg, mussten die alten Gesetzestexte aktualisiert werden.



Eine weitere Filmanalyse zu diesem Themenbereich finden Sie hier: Hitler eine Karriere von J.C. Fest

 

 

 

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