16.01.2003
Filmanalyse
VON
SASCHA PANKRATZ
"DER EWIGE JUDE"
I. Vorwort
II. Wirkungsweise
und Methodik
III. Aufbau
und Szenen des Films
IV. Fazit
V. Handzettel
I. Vorwort
"Der ewige Jude" ist nur ein Beispiel aus einer Reihe propagandistischer
NS Filme und war als dokumentarische Ergänzung zu dem Spielfilm
Jud Süß gedacht. Der so genannte Dokumentarfilm wurde vom
Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph
Goebbels konzipiert und auch produziert. Regisseur des Films war Fritz
Hippler , der die Filmabteilung im Propagandaministerium leitete.
Die Produktion dauerte über ein Jahr und wurde während dieser
Zeit meist auf direkte Anweisungen von Hitler oder Goebbels persönlich
umgeschnitten, geändert und in verschiedene Fassungen gebracht.
Der Film wurde von Version zu Version immer aggressiver , menschenverachtender
und blutrünstiger.
Hippler beizeichnete den Film bei seiner Uraufführung am 28.11.1940
als eine -Symphonie des Ekels und des Grauens-. Später nach dem
Krieg bezeichnete er ihn als eine -Negation alles Humanen-, und eine
Verleugnung alles Menschlichen. Inhaltlich ist der Film ein Paradebeispiel
für audiovisuelle Manipulation. Goebbels selbst sah ihn als sein
propagandistisches Meisterstück an.
Das eigentliche deutsche Kinopublikum, für dass
der Film ja als Lehrstück (aber auch als nachträgliche Legitimation
der Pogrome und Verfolgungen) konzipiert wurde, und dass die Kinos
"stürmen" sollte, blieb allerdings - auch laut Geheimdienstberichten
aus. Wahrscheinlich war er dem "Durchschnittsbürger"
zu offensichtlich propagandistisch.
Außerdem wussten wohl auch viele Deutsche, dass die jüdische
Art zu leben , wie im Film angeführt, aus der NS Judenpolitik
heraus resultierte, so dass ihn sich zum grossen Teil ohnehin schon
überzeugte Nazis anschauten.
Anders als bei Jud Süß konnte das Publikum dem Film nicht
viel Unterhaltungswert beimessen. Allerdings wurde der Film ins Pflichtprogramm
der Hitlerjugend aufgenommen und als Schulungsfilm für SS, Einsatztruppen
und Polizei verwendet.
Später soll der Film gezielt dort gezeigt worden
sein, wo Deportationen bevorstanden; ganze Dörfer sollen den
Film "zwangsangeschaut" haben.
Des weiteren produzierte man Sonderfassungen für europäische
Verbündete ( z.b für die Volksfrond Nederlands und die Vichy
Regierung).
Auch entwickelte man eine Version für Frauen und Kinder in denen
vor allem die Schächtungen herausgeschnitten wurden. Insgesamt
wurde der Film bis zu seiner endgültigen Fertigstellung wohl
an die Dutzend mal umgearbeitet.
Ist der Film einerseits mit plumpen Instrumentarien erstellt, hinterlässt
er doch seine Wirkung beim Betrachter, bringt er doch seine gewollte,
vernichtende Wirkung "rüber".
Man sollte auch immer bedenken, dass in der damals gleichgeschalteten
Medienlandschaft kein Platz für kritische Äußerungen
war. Deutschen Zuschauern dürfte es gerade zu dieser Zeit nicht
möglich gewesen sein, sich ohne Schwierigkeiten ein eigenes Bild
zu machen und dieses auch zu vertreten, da differenzierte Stellungnahmen
zu diesem Film gar nicht erst gedruckt werden durften.
II. Wirkungsweise und Methodik
Weil die Macher von Propagandafilmen immer mit einer
kritischen Haltung des Zuschauers rechnen müssen, geht Hippler
den Zuschauer mit diesem Film bewusst an, führt wenige mögliche
Gegenargumente offen an, um sie ein wenig später ebenso scheinbar
wirkungsvoll zu entkräften. Die Vorgehensweise im Film ist subtil
und einfach. Wer käme schon auf die Idee, gefälschte Zeitungsschlagzeilen
und manipulierte Rundfunksendungen, die im Nachhinein als Beweis angerührt
werden, für falsch zu halten oder an ihrer Richtigkeit zu zweifeln.
Goebbels war von der Schlichtheit der Denkweise der meisten Menschen
überzeugt. Hitler und Goebbels gebrauchten häufig Euphemismen
um ihre eigentliche Botschaft zu kaschieren.
In dem Film werden alte, vom heutigen Standpunkt aus "klassische",
Vorurteile gebraucht, wie z.B. die Darstellung der Juden als Krankheitsbringer.
So wird z.B. der religiöse Hintergrund ihrer Handlungen ( angeführt
werden Zinswucher, Schacherei, Anbetung von "Mammon", Ungehorsam
gegenüber dem jeweiligen Landesherren wie zum Beispiel die Steuerhinterziehung.
Des Weiteren kann man in dem Film unzählige Wiederholungen feststellen.
Einfachheit und ständige Wiederholungen waren für Goebbels
der Schlüssel zum Erfolg. Ein Eintrag aus seinem Tagebuch belegt
seine Vorstellung von Propaganda.
"Das Wesen der Propaganda ist deswegen unentwegt die Einfachheit
und die Wiederholung. Nur der, der die Probleme auf die kleinste Formel
bringen kann, und den Mut hat sie auch gegen die Einsprüche der
intellektuellen ewig in dieser einfachen Form zu wiederholen, der
wird auf die Dauer zu grundlegenden Erfolgen in der Beeinflussung
der öffentlichen Meinung kommen. Der Film arbeitet die ganze
Zeit hindurch mit einem digitalen Werteschema ( 0 = Jude = böse
; 1 = Arier = gut).
Als ein propagandistisches Meisterwerk wird der Film
vor allem wegen der gezielt an den richtigen Stellen eingesetzten,
mehr oder weniger starken Beleuchtung, gekoppelt mit dramatischer
Tontechnik angesehen. So werden jüdische Marktszenen mit verzerrten,
maurischen Klängen unterlegt, arische Arbeiter jedoch von positiven,
tragenden an Wagner´s Walkürenritt erinnernde Musik begleitet.
Der Film lässt, auf gut deutsch gesagt, kein gutes
Haar an den Juden. Alles, ob Lebensart, soziales Verhalten (gegenüber
Menschen und Tieren) und auch die Religion wird behandelt. Mit dem
Ziel den Jude sozusagen als "Parasit im Fleische des gesunden
Volksempfindens" darzustellen.
Außerdem arbeitet der Film gezielt mit Halbwahrheiten
um den Zuschauer von der angeblichen jüdischen Weltverschwörung
zu überzeugen.
Ähnlich, wie "die Protokolle der Weisen von
Zion", eine antisemitische Propagandaschrift, die einen angeblichen
Plan zur Errichtung der jüdischen Weltherrschaft aufdecken sollte,
versucht auch der Film die Angst vor einer jüdischen Weltherrschaft
zu schüren.
(Die Protokolle der Weisen von Zion) 1903 zum ersten
Mal in Russland aufgetaucht, übersetzt und massenhaft vervielfältigt.
Sie wurden seit 1919 in allen "fortgeschrittenen" Ländern
und Sprachen publiziert. Obwohl schon 1921 nachgewiesen wurde, dass
es sich um eine Fälschung handelt, hatte die Schrift großen
Einfluss auf die antisemitische Bewegung.
Auch noch in jüngster Zeit finden diese alten, diskriminierenden,
zur Volksverhetzung anstiftenden Schriften Verwendung in (fragwürdigen)
Büchern, die sich mit Verschwörungstheorien befassen.
In dem Referatteil,
III. Aufbau und Szenen des Films möchte ich auf die Propaganda
und Machart der einzelnen Szenen zusätzlich noch einmal genauer
eingehen.
III. Aufbau und Szenen des Films
Der Film ist eine Kombination von verschiedenem Filmmaterial. Unter
anderen werden z. B. auch Szenen aus den polnischen Ghettos , Auszüge
aus dem Rothschildfilm und einem NS - Dokomentationsfilm über
Ungeziefer und Ratten verwendet. Und viele weitere...
1.Ghetto
Der ewige Jude beginnt mit nationalsozialistischem Filmmaterial
aus den polnischen Ghettos, das nach dem Deutschen Überfall 1939
im Oktober des gleichen Jahres extra für den "ewigen Juden"
gedreht wurde.
Begleitet werden die Elendsbilder von Kommentaren des
Wochenschausprechers Harry Giese, dessen "allwissende" Stimme
dem Film mehr Glaubwürdigkeit geben soll, und den Zuschauer so
zusätzlich manipulieren soll.
Eingangs wird darüber informiert, dass die polnischen
Juden nach
dem Überfall 1939 nicht so zu leiden hatten, wie die übrige
Zivilbevölkerung.
Selbstverständlich nur, da die Juden aufgrund ihrer Wucherei
Profit am Elend machten und nur unter ihresgleichen zusammenhielten.
(Im Film wird natürlich nicht von einem Krieg gegen Polen gesprochen,
sondern von "Feldzug und Befreiung vom Judentum")
Danach bekommt der Zuschauer das häusliche Leben der Juden präsentiert,
hier soll er sich ekeln beim Anblick von Dreck und Ungeziefer. Durch
gängige NS-Propaganda ist dies dem Betrachter schon ein Begriff.
In den darauf folgenden Bildern werden sogenannte jüdische (arbeitsfaule)
Männer gezeigt, die endlich einmal arbeiten mussten, weil sie
dafür vom deutschen Militär "eingestellt" wurden.
2. Handel und Marktszenen
Über die Lieblingsbeschäftigung der Juden,
das Schachern, wurde der Zuschauer ja eingangs schon informiert, doch
jetzt wird dies als "natürliche Veranlagung der jüdischen
Rasse" bezeichnet.
Auf den gezeigten Marktaufnahmen ( wahrscheinlich Aufnahmen aus einem
Ghetto!) soll sich der Zuschauer wieder einmal davon überzeugen,
dass es nur hässliche Juden gibt - man sieht Leute mit gierigem
Blick nach Ware und Geld schnappen, keifende jüdische Weiber,
die mit diebischem, feindseligem Blick um die Waren streiten...
Nun kommt der Film auf den, den Juden vorgeblich eigenen persönlichen
Egoismus zu sprechen, der, da er keinem sozialen, werteschaffenden
Handeln für die Volksgemeinschaft zugrunde liege, eine der schlimmsten
Eigenschaften der Juden sei. Der Jude wird als Parasit bezeichnet
der seinen Wirtskörper benutzt und aussaugt.
Untermauert werden sollen diese Vorurteile noch mit Bibelzitaten,
die dieses Verhalten als " schon religiös vorgeschrieben"
erklärt. Als Gegenbeispiel werden an dieser Stelle die deutschen
(arischen) Arbeiter gezeigt, die mit ihrem Schaffen dem Volkskörper
dienstlich sind. Auffallend ist hierbei, das mit dem Szenenwechsel
vom Juden zum Arier auch die Hintergrundmusik positiver gestaltet
ist. Außerdem wird das Bild erheblich heller wenn die athletischen
deutschen Arbeiter tugendhaft ihr Tagewerk vollbringen.
3. Rassenlehre und Statistiken
Mit für die damalige Zeit höchst fortschrittlichen
Trickfilmaufnahmen, wird die "jüdische Völkerwanderung"
veranschaulicht.
Es wird von einer Überschwemmung der jüdischen Rasse über
Europa gesprochen, anschließend werden aus einem NS Dokumentationsfilm
(Kampf den Ratten) Szenen über die Ausbreitung der Ratte eingeblendet.
Natürlich verbindet der Zuschauer diese beiden Filme und analogisiert
dabei das Schädlingselement.
Auch werden Ratten gezeigt die in Scharen aus Kornsäcken herausquellen.
Während diesen Bilder gezeigt werden, die beim Zuschauer das
Gefühl des Ekels auflösen sollen, wird bedrohlich von Krankheiten
und Geschwüren gesprochen, mit dem Ziel den Ekel noch zu verstärken.
Danach ein schlagartiger Szenenwechsel wieder zurück zum Juden.
Die Szene endet und gipfelt in der Aussage des Kommentators: "Die
Ratten stellen unter den Tieren das Element der heimtückischen
unterirdischen Zerstörung dar, nicht anders als die Juden unter
den Menschen". An dieser Stelle des Films wird indirekt zum Völkermord
an den Juden aufgerufen. Es wird also Judenverfolgung mit Schädlingsbekämpfung
verglichen, dies soll den Zuschauer auf Hitlers Endlösung der
Judenfrage vorbereiten und fordert sogar auf, dabei unterstützend
mitzuhelfen.
Ebenso wie die Ratten als Krankheitsbringer angesehen
werden, wurden auch im Mittelalter während der Pestjahre die
Juden beschuldigt, die Brunnen vergiftet zu haben.
In der nächsten Filmsequenz werden Prozentzahlen
über jüdische Beteiligung ( die laut dieser Statistik nur
1% der Weltbevölkerung ausmachen), am internationalen Weltverbrechen
von 1932 vorgelesen:
· Rauschgifthandel 34%
· Kassendiebstähle 47%
· Falschspiel und Betrug 47%
· Internationale Verbrecherbanden 82%
· Mädchenhandel 92%
Darauf folgend werden zur Illustration noch unfundierte
Statistiken eingeblendet, die einen überproportionalen Anteil
von Juden in bestimmten Funktionen oder Berufsgruppen belegen soll.
Abgesehen davon, dass all diese Statistiken maßlos übertrieben
erscheinen, sollte sich der Zuschauer eigentlich fragen woher diese
Daten genommen wurden, da von internationalen Statistiken gesprochen
wird, es aber fraglich ist, ob überhaupt in allen Ländern
über jüdische Verbrechensbeteiligung recherchiert wurde.
4.Die Rothschild-Familie
Passend zu den Hetzgeschichten über das jüdische internationale
Finanzmonopol, wird ein amerikanischer (angeblich für Juden produzierter)
Filmausschnitt eingeblendet, der das Leben der Familie Rothschild
beleuchtet.
Interessant vor allem, weil die Familie Rothschild schon immer für
Verschwörungstheorien herhalten musste. Auch in unserer modernen
Zeit sind vor allem in den letzten Jahren Bücher über, zum
Teil abstruse Verschwörungstheorien, veröffentlicht worden,
in denen die Familie Rothschild meist ein "aktiver" Bestandteil
ist.
Der Zusammenhalt der Familie Rothschild wird, entgegen der Urfassung
des Films, als Verschwörung gewertet. (diffuse Quellenanlage/propangadistisch
aufbereitet)
Nun veranschaulichen Trickfilmaufnahmen die Ausdehnung des s.g. "Finanzjudentums",
und stellen dieses als Krebsgeschwür dar. (An anderer Stelle
im Film wird gesagt, dass die These vom Berufsverbot für die
Juden schon immer eine Erfindung gewesen sei, denn Juden hätten
niemals arbeiten wollen.)
Es werden noch viele andere jüdische (oder vielleicht
besser: angeblich jüdische) "Finanzkönige" aufgezählt:
Warburg, Guggenheim, Shift...usw.
Auch werden immer wieder den ganzen Film hindurch Porträs von
Personen aus dem öffentlichen Leben gezeigt die angeblich Juden
seien und Deutschland betrogen hätten .
Sätze wie, Zitat: "Der Relativitätsjude
Einstein versteckt seinen Deutschenhass hinter einer obskuren Pseudowissenschaft"
wirken auf den heutigen Betrachter lächerlich.
5.Die Kunst
Ausgehend von der Schilderung der Macht des Judentums
über den ganzen Erdball, wird nun noch von der jüdischen
Macht über das Kulturleben, z.B Musik, Kunst, Theater berichtet.
Nun werden wertende Wortschöpfungen wie "Bühnendiktator"
gebraucht.
"Der Jude interessiert sich nur für alles
Kranke"...
Dem ästhetischen Ideal der Nationalsozialisten
fern stehende Kunstwerke , depressive Kunst (z.B Expressionismus oder
dadaistische Werke) werden als entartet bezeichnet.
Es wurden besonders wirre, düstere abstrakte moderne Kunstwerke
für den Film ausgesucht, die in rascher Reihenfolge auf den Zuschauer
Niederprasseln sollen. Hinterfragende Kunst, vielmehr Kunst die zum
Denken anregte, war nicht im Sinne der Nazis, da sie nur Kunst als
schön erachteten, die zum bloßen anschauen gedacht war
z.B. ( Landschaftsbilder), oder ihrer Vorstellung vom arischen Schönheitsideal
entsprach. Die Szenen mit jüdischen Schauspielern sind unscharf
und werden von dämonischer skurriler Musik untermalt. Es werden
krasse Wortschöpfungen wie (z. B "Verniggerung)" gebraucht.
Charlie Chaplin wird als "Rattenfänger von Hameln"
für das deutsche Volk hingestellt.
6. Religion
Alle geschilderten, "schlechten" Wesensarten
der Juden werden auch stets mit ihrer Religion erklärt (dies
geschieht eigentlich den ganzen Film hindurch), diesem Thema ist dennoch
ein großer Abschnitt "gewidmet", der sich mit der
Religion der Juden auseinandersetzt.
Stellen aus der Thora werden vorgelesen (unterlegt von schauriger,
verzerrter "orientalischer" Musik- wie oft im Film), an
denen Dinge geschrieben stehen sollen wie: du sollst wuchern, keine
Steuern zahlen...usw. (®protokolle der weisen von zion).Sogar
der Ungehorsam gegenüber dem jeweiligen Landesherren, der den
Juden den ganzen Film hindurch zur Last gelegt wird, sei mit der Thora
begründet. Auch soll das Schachern beim Gottesdienst seine negative
Wirkung beim Zuschauer hinterlassen. Wenn man sich allerdings diese
Szenen ein wenig genauer anschaut, kann man einmal mehr feststellen
das "der ewige Jude" aus verschiedenem Filmmaterial zusammengebaut
ist.(Die Szene beim Schachern im Gottesdienst wurde zusammengeschnitten)
7. Die Schächtzsenen
Spätestens beim Anblick der Schächtungen soll der Zuschauer
davon überzeugt werden wie grausam und gemein der Jude ist .
Das Schächten, das auch von anderen mosaischen Religionen rituell
praktiziert wird, ist eine von Tierschützern abgelehnte Art der
Schlachtung, da das Tier angeblich nicht schmerzfrei stirbt. (die
Bewegungen , die das Tier im Film noch lange nach dem Schnitt macht,
sind allerdings nur noch Muskelreflexe). Diese Bilder, verstärkt
durch grinsende jüdische Schlächter lassen den Tod für
den Betrachter als sehr grausam erscheinen. Der Umstand, dass das
Tier schon 1 -2 Sekunden nach dem Schnitt das Bewusstsein verliert,
wird vom Zuschauer nicht wahrgenommen und auch mit keinem Wort erwähnt.
Die Wirkung dieser Bilder auf den politisch neutralen, nicht antisemitischen
Zuschauer haben die nationalsozialistischen Macher bestimmt bedacht,
denn solche Szenen graben sich bei fast allen Zuschauern tief ins
Gedächtnis. ( Wie zum Beispiel einer Gruppe von Testpersonen
an einer Münchener Uni, die anstatt über die Propaganda
des Films, über die Grausamkeit des Schächtens diskutierten
)
Sensibilisiert wird der Zuschauer noch durch die Bilder von "niedlichen
kleinen Schäfchen auf einer grünen Weide", die der
Zuschauer eingangs sieht.
Das Volk der Juden soll als ein blutrünstiges Volk von Tierquälern
entlarvt werden. Um den dokumentarischen Charakter des Films noch
zu untermauern, werden raffiniert Zeitungsartikel der andersmeinigen
"jüdischen" Presse eingeblendet. Danach werden die
"tierliebenden" Nationalsozialisten erwähnt, die per
Gesetzentwurf eine Betäubung der zu schächtenden Tiere fordern.
Angesichts der Verfolgung von Menschen jüdischer Abstammung und
deren langsamer und qualvoller Hinrichtung (in eigens dafür angelegten
Lagern), erscheint gerade die Verwendung dieses Materials wie Hohn
und zeigt deutlich, wie perfide die Nationalsozialisten in ihrer Propaganda
waren.
8. Schlussszenen
Am Ende des Films wird Adolf Hitler als Messias hingestellt, der mit
seiner Reichstagsrede am 30. Januar 1939 dem deutschen Volk die Augen
öffnete. Dann werden blonde, athletische, dem arischen Schönheitsideal
voll entsprechende Deutsche gezeigt die stolz und zielstrebig der
Bedrohung entgegenblicken. Der Film wird heller und von pompöser
Musik begleitet.
IV .Fazit
Der ewige Jude ist wohl einer der menschenverachtendsten Filme die
überhaupt jemals gedreht worden sind. Selbst bis heute gilt er
in seiner propagandistischen Aufdringlichkeit als unereicht. Und wenn
es auch nur die Schächtszenen sind, die bei dem moderneren politisch
aufgeklärteren Zuschauer selbst heute noch ihre ursprünglich
geplante Wirkung entfalten. Auch muss man sich an dieser Stelle bewusst
werden, dass der größte Teil der Bevölkerung nicht
in der Lage war, sich eine objektive Meinung zu bilden, angesichts
der Gleichschaltung und der Zensur von Kultur und Medien durch die
Nationalsozialisten.
Auch heute kann man den Einfluss der Medien auf das Verhalten und
die Meinungsbildung der Menschen in Krisenzeiten - wie jüngst
nach dem 11.09.2001, beobachten.
Auch wenn es heute in unserer Zeit ,in unserem Land, möglich
ist, sich frei zu informieren, sollte jeder dafür eintreten,
genau diese freie Meinungs- und Medienvielfalt, angesichts drohender
Monopolisierungen, gerade diese freie Medienlandschaft zu erhalten.
Quellen:
Ein Volk ein reich ein Führer; Das dritte Reich im Unterricht
Hirschgraben Verlag;
http://www.holocaust-history.org/der-ewige-jude/stills.shtml;
http://www.propagandafilme.de/antisemitische_propagandafilme.html
http.//www.shoa.de
http://holocaust-info.dk/shm/eckdaten.htm
V. Handzettel
- Der Film wurde 1939 vom Führer in Auftrag gegeben, von Hippler
unter Aufsicht von Goebbels entworfen und dann solange umgeändert,
bis er des Führer Vorstellung entsprach. Dieser Film ist ein
besonders gutes Beispiel für die menschenverachtende Propaganda
und Politik der Nationalsozialsten.
- Im November 1973 wurde in München eine Ausstellung mit dem
Namen "Der ewige Jude" eröffnet, deren Name für
den Film Pate stand.
- Der ewige Jude wurde am 28.11.1940 uraufgeführt.
- der Film ist verboten!
Die Vorführung im Unterricht und die Verleihung über die
Bundesfilmstellen darf nur mit Genehmigung und einem ausdrücklichen
Komentar zur politischen Bildung erfolgen.
- Im Film werden alte und neue Vorurteile über Juden mit ( in
dieser Verbindung fragwürdmige) Ausschnitten aus Tierdokumentarfilmen
gemischt.
- Viele der genannten jüdischen "Bösewichter"
sind reine Erfindungen
- Zitat Richard Wagner: Der Jude ist der plastische Dämon des
Verfalls der Menschheit
- Adolf Hitler Reischtagsrede:"wenn es dem internationalen Finanzjudentum
innerhalb & außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker
noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis
nicht der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen
Rasse in Europa."
V. Handzettel
- Jud Süss
Harlans Machwerk heizt Judenhass an
Originaltitel: JUD SÜSS
Erschienen: Deutsches Reich, 1940
Regie: Veit Harlan, Buch: Veit Harlan, Eberhard Wolfgang
Möller, Ludwig Metzger, nach einer Novelle von Wilhelm Hauff,
Kamera: Bruno Mondi, Darsteller: Ferdinand Marian, Heinrich George,
Kristina Söderbaum, Werner Krauss, Eugen Klöpfer
In 66 Berliner Kinos läuft mit "Jud Süß"
von Veit Harlan der bekannteste antisemitische NS-Propagandaspielfilm
an. Die Handlung orientiert sich an einem Roman von Lion Feuchtwanger,
dessen Aussage jedoch ins Gegenteil verkehrt ist.
Stuttgart im 18. Jahrhundert:
Der Herzog von Württemberg (Heinrich George) ernennt
den Frankfurter Juden Isaac Süß-Oppenheimer (Ferdinand
Marian) zum Finanzminister. Süß erhöht die Abgaben
und öffnet das Land für andere Juden, die sich rücksichtslos
bereichern.
Harlans filmische Umsetzung des NS-Rassenwahns gilt als eines der
abschreckendsten Beispiele für die psychologische Macht der Leinwand.
Ab 1945 ist die Aufführung von "Jud Süß"
verboten. Harlan wird wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor
Gericht gestellt, aber freigesprochen
- Die Rothschilds
Meyer Amschel, Bankier, * 23. 2. 1743 Frankfurt am Main,
19. 9. 1812 Frankfurt am Main; Gründer des Bankhauses
Rothschild in Frankfurt. Durch die unter selbständiger Leitung
seiner Söhne Amschel (* 1773, 1835; übernahm das
Stammhaus), Nathan (* 1777, 1836; London), James (* 1792,
1868; Paris), Salomon (* 1774, 1855; Wien) und Karl (* 1788,
1855; Neapel) stehenden Niederlassungen gewann das Haus Rothschild
in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, besonders durch die Finanzierung
von großen Staatsanleihen, großen politischen Einfluss
in Europa; es besteht heute noch in Paris und London.
- Das Schächten,
ist eine rituelle Schlachtung nach jüdischen Speisevorschriften;
Durchtrennen der Halsschlagader und Luftröhre in einem Schnitt
mit dem geprüften Schächtmesser. Effekt: sofortige Bewusstlosigkeit
und völliges Ausbluten (wegen Blutgenussverbots)
Aus dem Lexikon:
Schächten - Was ist das eigentlich?
Der Begriff des Schächtens kommt aus dem Hebräischen (shahat)
und bedeutet "schlachten". Diese Methode ist Brauchtum im
jüdischen Glauben, um das Fleisch "koscher" (blutfrei)
zu genießen.
Strenges Ritual lässt das Tier nicht leiden
Durch einen professionell ausgebildeten Schächter ("Schochet")
wird mit einem vorschriftsmäßigem Schlachtmesser ("Challaf")
mit nur einem einzigen Halsschnitt die Schlagader, Luft-und Speiseröhre
des Tieres durchtrennt. Dadurch wird das Tier schnell bewusstlos und
blutet völlig aus. Streng gläubigen Juden ist der Genuss
von blutigem Fleisch untersagt.
Bedingungen, die erfüllt sein müssen
Bis Fleisch ''koscher'', also für den jüdischen Verzehr
geeignet ist, müssen eine Vielzahl Bedingungen erfüllt werden.
Wie im Islam müssen Rind, Schaf oder Lamm gesund sein und ohne
körperlichen Schäden oder Verletzungen sein. Der Verzehr
von Schweinen ist Juden wie auch Moslems verboten.
Tier wird "bewusst" getötet
In diesen Boxen werden die Tiere stehend oder umgekippt geschächtet.
Gemäß jüdischer Weltanschauung geschieht das ''Nehmen
von Leben'' bewusst. Aus diesem Grund spricht man bei jedem Vorgang
der im Zusammenhang mit dem Schächten steht, einen Segensspruch.
Spezielle Schächterausbildung ist Voraussetzung
Da der Schnitt nur mit Menschenhand durchgeführt werden darf,
kommt eine Automation nicht in Frage. Jede kleinste Pause bei der
Führung des Schnittes, das Hineindrücken oder Stechen des
aufgelegten Messers in den Hals ist verboten. Weil Juden der Genuss
von Blut streng verboten ist, muss es bis auf den letzten Tropfen
herauslaufen. Anschliessend wird das Fleisch in Salz eingelegt, damit
es kleine verbliebene Reste des Blutes aufsaugt. Erst wenn der Schaechter,
er muss Jude sein, das entsprechende Diplom nach einer mehrjährigen
Ausbildung erworben hat, darf er unter Aufsicht eines Rabbiners schächten.
Recherchiert: Brauchtum im Islam
Schächten in Richtung Mekka
Auch im Islam gilt der Verzehr des Blutes als unrein. Damit es vollständig
aus dem Körper fließen kann, schneidet der islamische Schlachter
ebenfalls die Halsschlagadern des lebenden Tieres durch. Vorher dreht
es das Tier in Richtung Mekka und ruft: ''Im Namen Allahs''.
Auch andere Schlachtwerkzeuge erlaubt
Dann setzte er das Messer an. Um das Leiden des Tieres zu verkürzen,
sollte er ein scharfes Messer verwenden, er muss es aber nicht. Und
genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Denn auch alle anderen
Instrumente sind erlaubt, die ein Auslaufen des Blutes ermöglichen.
So stirbt das Tier oft qualvoll, weil die Schlachtwerkzeuge stumpf,
schartig oder rostig sind. Ein Grund, der den Feldzug der Tierschützer
gegen das Schächten erklärt.
Das geopferte Tier wird nicht unbedingt gegessen
Während bei den Juden das geschächtete Fleisch nur als Nahrung
dient, werden im Islam Tiere auch geopfert. Anlässe dafür
sind die Erfüllung eines Gelübtes, die Geburt eines Kindes
oder die Wallfahrt nach Mekka. So schlachten moslemische Familienväter
die Tiere oft selbst anstatt diese Arbeit einem Profi zu überlassen.
Ein weiterer Grund, warum Tierschützer dagegen protestieren.
Klage wurde stattgegeben
Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss beachtet werden,
dass bestimmten Religionsgemeinschaften innerhalb des Islams nur das
Verzehren von geschächtetem Fleisch gestattet ist. Mit der am
Dienstag verkündeten Entscheidung hatte die Verfassungsbeschwerde
eines muslimischen Metzgers aus dem Raum Gießen Erfolg, dem
die Ausnahmegenehmigung für das Schächten nach Jahren wieder
entzogen worden war. Das Bundesverfassungsgericht stellte fest, dass
die Gerichte die Ausnahmegenehmigung nach dem Tierschutzgesetz zu
eng ausgelegt und damit die Grundrechte des deutsch-türkischen
Metzgers unverhältnismäßig eingeschränkt hätten.
Tierquälerei oder nicht ?
Tier leide angeblich keine Schmerzen
Selbst mit einem EKG (elektroencephalographische Registrierung) ließen
sich keine Schmerzen nachweisen. Die sofort nach dem Schnitt einsetzende
Blutleere im Gehirn mache das Tier unempfindlich für alle Empfindungen.
Nach etwa drei Sekunden zeigt die Gehirnregistrierung, dass das Tier
bewusstlos ist. Die Krämpfe der Muskeln kommen erst später
und sind, so Levinger, sicher nur das Resultat von Sauerstoffmangel
und nicht der Schmerzen.
Politik befasst sich mit dem Thema seit den 30er Jahren
Schon am 18. Februar 1930 beschäftigte sich der Reichstag in
Berlin mit diesem Thema. Nach einem wissenschaftlichen Gutachten des
Reichsgesundheitsamtes fassten die Politiker damals den Beschluss,
nachdem jüdisches Schächten nicht als Tierqälerei zu
betrachten sei. Zahlreiche Wissenschaftler haben damals wie heute
die Vorwürfe zurückgewiesen, wonach Tiere durch das Schächten
gequält würden. Als nach dem Krieg die moslemische Bevölkerung
in Deutschland durch Gastarbeiter und deren Nachkommen auf über
zwei Millionen anstieg, mussten die alten Gesetzestexte aktualisiert
werden.
Eine
weitere Filmanalyse zu diesem Themenbereich finden Sie hier: Hitler
eine Karriere von J.C. Fest
Die im Rahmen dieser Internet-Dokumentation gezeigten Kennzeichen oder
Propagandamittel verfassungswidriger Organisationen dienen der staatsbürgerlichen
Aufklärung gemäß der §§ 86 Absatz 3 und 86
a Absatz 3 StGB und stellen somit kein strafbares Verbreiten oder Verwenden
dar.
Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 Haftung für Links hat
das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch die Ausbringung
eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten
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