Ernst Julius Röhm wurde am 28. November 1887 als Sohn
eines führenden Eisenbahnfunktionärs in München geboren.
Nach dem Besuch des Gymnasiums schlug er ab 1906 die militärische
Laufbahn ein. Als Berufsoffizier nahm Röhm am Ersten Weltkrieg 1914-1918
teil und wurde mehrfach verwundet.
Nach der deutschen Niederlage blieb Röhm zunächst in der Reichswehr
als Hauptmann in München eingesetzt, wo er u.a. das militärische
Waffenlager betreute. In dieser Funktion geriet er durch seine Kontakte
zu Wehrverbänden 1919 auch in Verbindung zu Adolf
Hitler, mit dem er Freundschaft schloß.
1923 beteiligte sich daher Röhm mit seinem Wehrverband Reichskriegsflagge
am Putschversuch Hitlers gegen die Weimarer Demokratie.
Nach dem Scheitern der Aktion sah er sich aus der Reichswehr ausgeschlossen
und 1924 wegen Hochverrats zu mehrmonatiger Festungshaft auf Bewährung
verurteilt. Der Initiator des Putschversuchs, AdolfHitler, wurde zu mehrjähriger
Festungshaft verurteilt, die er in Landsberg verbüßte.
Noch 1924 gründete Röhm den Frontbann, einen Dachverband
aller völkischen Wehrverbände, den er bis zu Hitlers Haftentlassung
auch leitete. Ebenfalls im selben Jahr zog er für die Deutsch-völkische
Freiheitspartei in den Reichstag ein.
1928-1930 verbrachte Röhm als Truppenausbilder in Bolivien. Infolge
einer Revolte der Berliner SA wurde Röhm im September 1930 von Hitler
zurückgerufen und im Januar des folgenden Jahres zum Obersten Stabsführer
der SA ernannt.
Als solcher trieb er den Ausbau der Sturmabteilung (SA) voran,
in die er die unzufriedene und arbeitslose Arbeiterjugend der großen
Städte massenhaft integrierte. Die SA entwickelte sich unter Röhms
Führung zu einer Art Volksarmee aus Straßenkämpfern
und Schlägern, die in den Jahren 1930-1933 mit skrupelloser Brutalität
den öffentlichen Raum für AdolfHitler und die NSDAP eroberte.
Infolge der nationalsozialistischen Machtübernahme vom Januar 1933
stieg der SA-Chef zunächst zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich
und zum bayerischen Staatsminister auf. Nun entwickelten sich aber zunehmend
Differenzen zwischen ihm und seinem langjährigen Freund Hitler, der
den Ausbau der SA zu einer Volksarmee und Konkurrenztruppe
zur Reichswehr jetzt nicht mehr dulden wollte.
Der Führer entledigte sich der zunehmend unkontrollierbar
werdenden Konkurrenz, indem er Röhm am 30.6.1934 unter dem Scheinvorwurf
des Hochverrats verhaften ließ.
Gegenüber der Öffentlichkeit führte man als Begründung
für diesen Schritt einen von Röhm und seiner SA beabsichtigten
Putsch ins Feld. Der sogenannte Röhm-Putsch war jedoch
ein von den Gegnern des SA-Führers konstruiertes Szenario.
Zusammen mit der nun auch gezielt in der Öffentlichkeit verbreiteten
Bekanntgabe der Homosexualität Röhms, an der zuvor niemand Anstoß
genommen hatte, sollte die Putschlegende zur Verunglimpfung des unliebsam
gewordenen SA-Führers beitragen.
Hitler ließ Ernst Julius Röhm, nachdem dieser einen Selbstmord
verweigert hatte, am 1.7.1934 in der Münchener Strafanstalt Stadelheim
erschießen.
Bezugsquelle : rasscass.com
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