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Die Bush - Cheney Connection !
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| Bush-Cheney Inc. Florian Rötzer 17.07.2002 Noch immer ist die Popularität von US-Präsident ungewöhnlich hoch. Über 70 Prozent der US-Bürger befürworten die Politik von Bush noch immer. Dafür geht das Vertrauen in die Manager von großen Unternehmen nach einer aktuellen Umfrage gegen Null. Für die Meisten gibt es zu wenig Moral in der Gesellschaft, und sie wünschen eine stärkere Kontrolle der Wirtschaft. Auch Alan Greenspan stimmte in den Kanon ein und machte "ansteckende Gier" mancher Unternehmer für den Vertrauensverlust in die Unternehmensführung verantwortlich. Auch der selbst durch mögliche Schiebereien angekratzte Präsident wirbt um Vertrauen und will die Unternehmensführer an die Zügel nehmen: "Um ein verantwortlicher Amerikaner zu sein, muss man verantwortlich handeln," predigte Bush unlängst.
-------------------------------------------------------------------------------- I've got great confidence in the Vice President, doing a heck of a good
job. When I picked him, I knew he was a fine business leader and a fine
experienced man. And he's doing a great job. That matter will take --
run its course, the Halliburton investigation, and the facts will come
out at some point in time.
Vizepräsident Cheney hält sich tatsächlich auffällig unauffällig zurück. Die Skandale um die Enron-Pleite, mit der die amerikanische Wirtschaftskrise begann, scheinen der Bush-Regierung, damals noch ganz durch den patriotisch verpflichtenden Krieg gegen den Terrorismus gedeckt, nicht viel geschadet zu haben. Jetzt überdecken die eher harmlosen Vorgänge bei Harken und Halliburton die Abgründe, denn letztlich ist seit der Zeit des ehemaligen CIA-Chefs und späteren Präsidenten Bush I, der trotz seines zweifelhaften Siegs über Hussein vornehmlich wegen wirtschaftlicher Gründe von Bill Clinton abgelöst werden konnte, der Krieg mit wirtschaftlichen Interessen der Rüstungs- und Energiekonzerne untrennbar verwoben. Verbindungsglieder sind in aller Regel die Regierungsmitglieder selbst. Rüstungsindustrie und Regierung: Man kennt sich
Nachdem Verbindungen zu Enron mittlerweile ein heißes Eisen geworden sind, könnte White von Rumsfeld wegen seiner Unterstützung für das 11 Milliarden Dollar teure Crusader Artilleriesystem, das der Verteidigungsminister zugunsten anderer Waffensysteme nicht mehr haben will, in Ungnade fallen. Doch Crusader macht trotz der Ablehnung eine weitere Verflechtung deutlich (zumal das ja nur ein System von vielen ist, das von dem Rüstungsunternehmen für das Pentagon hergestellt und entwickelt wird). Entwickler ist der Rüstungskonzern United Defense Industries, der wiederum seit 1997 von der Carlyle-Gruppe kontrolliert wird, die u.a. bis Oktober des letztes Jahres auch in geschäftlichen Verbindungen zur bin-Ladin-Familie stand. Vorstand der Carlyle-Gruppe ist der ehemalige US-Verteidigungsminister Frank Carlucci, der ein alter Freund Rumsfelds ist und unter Ronald Reagan im Amt war. Aber bei Carlyle ist bekanntlich auch der Vater von Bush II tätig: als Berater - ausgerechnet für Asien. Auch hier traten seltsame zeitliche Koinzidenzen auf. So schloss die Army zwei Wochen nach dem 11.9. mit United Defense einen Vertrag in Höhe von 665 Millionen Dollar für die Entwicklung des schon länger umstrittenen Crusader-Systems ab, im Dezember wurden vom Repräsentantenhaus 475 Millionen bewilligt. Just zu dieser Zeit ging Carlyle mit United Defense an die Börse. Durch den Verkauf von Anteilen verdiente die Gruppe 237 Millionen Dollar. -------------------------------------------------------------------------------- Defense contractors General Dynamics Corp. and Northrop Grumman Corp.
reported strong second-quarter growth yesterday, beating Wall Street expectations
and capitalizing on increased defense spending.
Der Fall Cheney oder wie Öl und der Krieg gegen den Terrorismus zusammenhängen
Zumindest hat Cheney als Verteidigungsminister bereits für eine geneigte Haltung ihm gegenüber bei Halliburton gesorgt. Die zu Halliburton gehörende Baufirma Kellogg, Brown & Root Services (KBR) wurde 1992 von ihm ausersehen, für 3,9 Millionen Dollar einen Bericht über Privatisierungsmöglichkeiten für die Logistik der Armee bei Auslandseinsätzen zu verfassen. BRS hat bereits in Vietnam Straßen, Landebahnen oder Militärstützpunkte gebaut. Noch im selben Jahr erhielt die Firma weitere 5 Millionen Dollar für den Bericht und schließlich einen über fünf Jahre sich erstreckenden Vertrag für die Kooperation mit dem US Army Corps of Engineering u.a. für Stützpunkte in Somalia (62 Millionen), in Bosnien (2,2 Milliarden) oder in Saudi-Arabien (5,1 Millionen). Als Cheney schließlich 1995 Direktor von Halliburton wurde, verdiente KBR jährlich 350 Millionen Dollar, vier Jahre später bereits 650 Millionen Dollar über das Pentagon. 1999 konnte ein weiterer 5-Jahres-Vertrag in Höhe von 730 Millionen für Versorgungsleistungen in Bosnien und im Kosovo abgeschlossen werden. Es hat also zumindest Cheney nicht geschadet, Aufträge unter anderem an Halliburton zu vergeben, während er als Direktor des Unternehmens diesem wegen seiner guten Beziehungen zum Militär dienen konnte. Dabei sparte das Pentagon offenbar nicht unbedingt Geld, sondern die Dienste der Firma kosteten oft mehr, als wenn die Arbeit vom Militär selbst erledigt worden wäre, was auch vom General Accounting Office ( GAO) angemahnt wurde. Erst im Februar zahlte die Firma 2 Millionen, um einen Rechtsstreit mit dem Justizministerium beizulegen, bei dem es um Betrug bei der Schließung des kalifornischen Stützpunkts Fort Ord ging. Auch da dürfte die Nähe zu Cheney nicht geschadet haben. Als Cheney Verteidigungsminister war, hatte er dazu beigetragen, Sanktionen gegen Libyen und nach dem Golfkrieg gegen den Irak durchzusetzen. Als Direktor von Halliburton wich diese "politische" Haltung, die er als erneuter Verteidigungsminister gegenüber dem alten feind wieder aufgefrischt hat, einer eher pragmatischen Einstellung. 1998 kritisierte er etwa, dass die USA zu sehr auf Sanktionen setzen, und versuchte auch, Ausnahmen für die Sanktionen gegen den Iran und Libyen zu erreichen. Schon 1995 wurde KBR zu einer Geldstrafe wegen der Verletzung der Sanktionen gegenüber Libyen verurteilt. Und wie andere US-Firmen auch, umging Halliburton über europäische Mittlerfirmen die Sanktionen gegenüber dem Irak und lieferte Technik, um die Ölförderanlagen Husseins zu modernisieren. Unter der Führung von Cheney war Halliburton der größte amerikanische Handelspartner des Irak und machte mit dem Land über zwei Mittlerfirmen Geschäfte in Höhe von 23 Millionen. Cheney hatte als Geschäftsmann vielleicht mehr Glück als Bush II, der mit seiner Firma Pleite ging und mit dem Verkauf seiner Aktien nicht so viel Geld herausholen konnte. Allerdings kaufte Cheney 1998 für Halliburton die Dresser Industries, der nun gewaltige Schadensersatzforderungen von Angestellten wegen ihrer Asbestbelastung am Arbeitsplatz drohen. Nur gut, dass Cheney im August 2000 noch schnell seine Aktien verkaufte, bevor sie deswegen im Oktober erst einmal in den Keller stürzten. Doch KBR ist weiterhin eine Erfolgsstory, besonders nach dem 11. September. Die kommunizierenden Kanäle zwischen geopolitischen, militärischen und finanziellen Interessen
Für zwei Millionen baute KBR im November 2001 die Schutzmaßnahmen für die US-Botschaft in Taschkent aus. Auch für die Lebensmittelversorgung der amerikanischen Soldaten in Usbekistan ist die Firma zuständig, ebenso wie für einen Großteil des Betriebs des Luftwaffenstützpunkts in Khanabad, auch wenn dies 10 bis 20 Prozent mehr kostet, als wenn das Pentagon dies selbst machen würde. Überhaupt folgt KBR dem Krieg gegen den Terrorismus. Nachdem das Pentagon wieder einen Stützpunkt auf den Philippinen hat, werden in das Land nicht nur wieder Waffen geliefert, woran die Rüstungsindustrie auch verdient, sondern stellt man dort auch dort Soldaten für den Antiterrorismus-Kampf. KBR kann seit November für 100 Millionen Dollar einen ehemaligen Navy-Hafen zu einem kommerziellen Hafen umbauen. Im Dezember erhielt die Firma überdies einen 10-jährigen Vertrag ohne Kostengrenze zur Versorgung der Army mit bestimmten Leistungen in Kriegseinsätzen. Seit Mai 2002 versorgt KBR auch US-Stützpunkte in Afghanistan. Da es noch weitere Stützpunkte in der Region gibt Man sollte bei all dem nicht vergessen, dass Halliburton natürlich großes Interesse daran hat, mit im Geschäft bei der Ausbeutung der Erdöl- und Erdgasvorräte in Zentralasien zu sein, vor allem in Usbekistan, also just da, wo bereits KBR tätig ist, und in Turkmenistan. Um diese Öl- und Gasressourcen ging es natürlich auch schon früher. Neben Enron ist hier auch der in die ganze Region viel Kapital investierende US-Konzern Chevron im Spiel, bei dem die jetzige Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice, die früher auch unter Bush sen. tätig war, Direktorin und zuständig für Kasachstan gewesen ist. Chevron ist geschäftlich eng mit dem Konzern Halliburton verbunden, der wiederum Mitglied beim American Chamber of Commerce in Kasachstan ist. Cheney hatte hier überall seine Finger im Spiel. Im auch von Bush ausdrücklich geförderten Kaspischen Pipeline-Konsortium ist neben ExxonMobil vor allem ChevronTexaco beteiligt. Nach Bush geht es um den Bau mehrerer Pipelines für den Transport des Erdöls und Erdgases aus der Kaspischen Region, um die Energieversorgung der USA sicher zu stellen. Im November 2001 war die Pipeline von Tengis durch Kasachstan zum russischen Hafen Novorossiysk am Schwarzen Meer fertiggestellt. Ein internationales Konsortium unter der Leitung des US-Konzerns Unocal plante eine Pipeline von Usbekistan und Turkmenistan durch Afghanistan nach Pakistan (als eine der Alternativen dachte man auch an eine Pipeline, die durch Georgien gehen sollte, wo sich im Augenblick auch die USA militärisch engagieren). Die Pläne wurden im Mai von den Regierungen Turkmenistans, Afghanistans und Pakistans wieder aufgenommen. Der afghanische Regierungspräsident Karsai hat zuvor bei Unocal als Berater gearbeitet, US-Präsident Bush ernannte Zalmay Khalilzad, ebenfalls Unocal-Mitarbeiter, zum amerikanischen Gesandten. Khalilzad, der auch schon unter Bush sen. für das Pentagon gearbeitet hat, verhandelte im Auftrag von Unocal mit dem Taliban-Regime über das Pipeline-Projekt. Diese wenigen Verbindungen des Netzwerkes der Bush. Inc. berühren gerade die Oberfläche. Man könnte hier immer weiter in das Geflecht an Beziehungen und verwobenen Interessen eintauchen und allmählich paranoid werden ... Vielleicht wollen die amerikanischen Bürger, wenn sie nicht in Verschwörungstheorien landen, deswegen lieber gleich nichts davon wissen und halten sich patriotisch lieber nur an den Präsidenten, dem sie Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit attestieren.
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