Ein offener Brief an den Präsidenten der USA


Dear Mr. President...

Bitte, lassen Sie mich zu Beginn dieses Briefes sagen, dass ich unserem allmächtigen Schöpfer danke,
dass er Ihnen die Stärke, den Willen und die Kraft verliehen hat, damit Sie, verehrter Mr. President,
die schweren Stunden in diesen Tagen durchzustehen imstande sind.Denn nur dadurch, dass Gott (oder wer auch immer Ihre Geschicke lenken mag) der Menscheit diese Gnade zuteil werden ließ, wurde uns die Möglichkeit gegeben, mit offenen Augen zu sehen, welche Handlungen und geschichtlichen Balance-Akte der ein oder andere
große politische Führer dieser Welt im Namen des Friedens und des Fortschritts und im Namen seines Volkes ohne Skrupel zu vollbringen vermag.

Und wenn nun ganze Volksscharen aus jenen Ländern, die den USA bisher immer Respekt zollten, aufschreien und sich gegen einen Krieg stellen, den Sie für so zwingend notwendig halten, dass Sie ihn auch – wie Sie immer wieder betonen – ohne die Zustimmung der Vereinten Nationen führen würden, dann will ich gerne meine Stimme erheben
und Ihnen mit diesen Worten Mut zusprechen: "Ist es nicht ein Geschenk für jeden Vater, wenn sein Sohn, dessen Werk mit Bravour zu Ende führt? Wünscht sich das denn nicht jeder Vater...?"

Lassen Sie sich daher nicht von den vielen Millionen Menschen beirren, die nur emotionell reagieren und eine friedliche Lösung im Irakkonflikt fordern! Was bedeuten schon die Stimmen von Menschenmassen, wenn z.B. 13 Regierungsvertreter und Ihr eigenes politisches Umgfeld, Mr. President, der Meinung sind, das gemeine Volk
habe Unrecht und ein bewaffneter Konflikt sei zur Problemlösung allemal effektiver, als eine friedliche Lösung.

Nur Mut! Vor einigen Tagen las ich auf einer Web-Site im Internet, dass Männer von kleiner Statur, wenn ihnen die Instrumente der Macht in die Hände gelegt werden (Hitler, Napoleon usw.) kaum noch an Gefährlichkeit zu überbieten wären und oft in einem Rausch von Größenwahn die Welt ins Unglück zu stürzen bereit seien. Ich halte diese These aber für ziemlich unausgegoren, denn sicherlich spielen bei solchen politischen Hasardeuren auch
andere psychische Abnormitäten eine Rolle. Außerdem bewies uns die Geschichte ja zur Genüge, dass schon krankhafter Ehrgeiz und Eitelkeit in so gehobenen Positionen geneigt machen können, die halbe Welt in einen Krieg zu stürzen. Auch mag ich nicht glauben, dass z.B. Saddam Hussein wesentlich kleiner ist, als sein Väter es war...

Nun ja, ich will diesen Brief nicht zu lang machen, damit Ihre Übersetzer wieder frei für wichtigere Aufgaben werden. Und wie gesagt, die Vereinten Nationen, die vor Jahrzehnten u.a. auch gegründet wurden, um im Streit- oder Zweifelsfalle neutral abzuwägen, welche Maßnahmen eingeleitet werden dürfen und welche nicht –
scheiß drauf, denn deren Einfluss hat eh ungebührlich zugenommen und das könnte langfristig gegen die Interessen Ihres Landes gehen, dem wir Europäer soviel zu verdanken haben. Selbst Kaugummi, Coca-Cola, Hamburger und Vernichtungswaffen (für den Verteidigungsfall). Wenn Sie also irgendwann einmal die Einrichtung der UN abschaffen wollen, lassen Sie mich es wissen – ich werde mich dann wieder auf dieser Web-Site für Sie stark ma-
chen.

Auch das Vetorecht innerhalb der Nato ist bullshit! Es geht ja nun wirklich nicht, dass ausgerechnet ein Land wie Deutschland oder Belgien gegen Ihre Vorschläge ihr Veto einlegen können! Warum hat man sich das damals nur ausgedacht? Ich denke, Mr. President, wenn Sie sagen "Krieg", dann sollten wir auch spuren und gehorchen. Und wenn nicht: ab ins böse Eckchen mit den Aufmüpfigen!

Nun ja, ganz so schlimm ist es aber doch nicht bei uns! Unsere Frau Merkel (Top-Gun-Angie) steht jedenfalls voll hinter Ihnen. Nicht alle Deutschen verurteilen also einen Irakkrieg, falls der auch ohne UN-Resolution geführt wird...

Und nun will ich wirklich zum Ende kommen. Der Herr im Himmel hat Sie uns gegeben, und es liegt nun an Ihnen, als großer Lenker Ihres Volkes Geschichte zu machen, damit wir, die Otto-Normalbürger-Leutchen aus aller Welt sehen, erkennen, daraus lernen und Schlüsse ziehen können. Ich ahne, dass Sie Ihren Weg unbeirrt weitergehen werden und daran kann wohl keiner etwas ändern.

Herzliche Grüße und mögen Sie die Schreie getöteter Kinder, Frauen und das Wehklagen sterbender Zivilisten in einem möglichen Irakkrieg nicht in den Schlaf verfolgen. Die Gerechtigkeit hat schließlich auch ihren Preis, oder?

Mr. President, wie groß sind Sie eigentlich...?

Ray O. Nolan

www.peppermint.ag